Landhaus Nagymegyer
Landhaus, Handwerkshaus
Initiator der Entwicklung des Stadthauses war die Nagymegyer-Organisation der Csemadok, nachdem Schüler des Gymnasiums von Nagymegyer zwischen 1978 und 1980 eine bedeutende Anzahl ethnografischer Objekte zusammengetragen hatten. Daraufhin erwarb das damalige Städtische Lokale Nationalkomitee das reetgedeckte Gebäude in der Rózsa-Straße. Laut der Jahreszahl auf dem Hauptbalken – „István Nemes Lovas mit seiner Frau N. Mikolai Tóth Mária“ – wurde es 1836 erbaut. Das Gebäude ist mit einer Achse parallel zur Straße errichtet und liegt etwas zurückgesetzt innerhalb des Grundstücks. Das Haus, erbaut aus traditionellen Naturmaterialien, besitzt ein mit Schilf gedecktes Satteldach. Das Landhaus wurde im Sommer 1980 von den Teilnehmern des in der Stadt organisierten Heimatkundecamps (Schüler aus Nagymegyer und dem Kreis Győr-Sopron), den Lehrern József Szabó, Gyula Bedécs und László Varga sowie den Spezialisten des Győr Xantus János Museums unter der Leitung von Judit Csere und Ibolya Bíró eingerichtet. Es wurde am 1. Dezember 1980 eröffnet. Die Einrichtung besteht aus einer Sammlung von Gegenständen aus der Region und zeigt die bäuerliche Wohnkultur und Gebrauchsgegenstände der Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert sowie landwirtschaftliche Geräte und Werkzeuge des lokalen Handwerks. Das Gebäude umfasst vier nebeneinanderliegende Räume. Vom Innenhof aus gelangt man durch das Atrium in den ersten Raum auf der rechten und den hinteren Raum auf der linken Seite. Der vierte Raum, die Speisekammer, hat einen separaten Eingang vom Innenhof aus. Hier wurden Haushalts- und Landwirtschaftsgeräte untergebracht. Der vordere Raum ist unbeheizt, die Küche hat einen offenen Kamin, und im hinteren Teil befinden sich der Kessel und der eingebaute Ofen. Auch die Back- und Kochutensilien sind in der Küche zu finden: Backschaufel, Knetschüssel, Spieß, Hobel, Pfeffermühle, Schnitzkorb usw. An den Wänden hängen bunte Teller, und in den Regalen stehen Milchkrüge, Erntekrüge und andere Kochutensilien. Auch der Ofen im hinteren Raum gehört dazu. Die historische Einrichtung der Räume ist eine Schenkung von Anwohnern. Eigentümer des Grundstücks und des darauf befindlichen Wohnhauses ist die Stadtverwaltung von Nagymegyer, die das 177 Jahre alte Gebäude im Jahr 2000 renovieren ließ. Die Ausstellung im Inneren wird vom Kulturzentrum der Stadt Nagymegyer betrieben. Das Landhaus kann von Mai bis September besichtigt werden.