George Marczell

George Marczell

Sonstige - andere

* Bratislava, 10. April 1871 – † Budapest, 1. Februar 1943 / Meteorologe; Er absolvierte die Sekundarschule in seiner Heimatstadt. Er studierte an der Geisteswissenschaftlichen Fakultät der Universität Budapest, erwarb jedoch keinen Abschluss. 1894 trat er in das Meteorologische Institut ein. Zunächst arbeitete er an der Sternwarte in Kiskartal, doch der Direktor Miklós Konkoly Thege (Ógyalla) erkannte sein scharfsinniges Fachwissen und sein großes technisches Verständnis, sodass er 1899 nach Ógyalla versetzt wurde. Dort hatte er reichlich Gelegenheit, Instrumente zu entwerfen und zu bauen. Nach Marczells Plänen wurde in Ógyalla die europaweit bekannte meteorologische, geomagnetische und später auch Erdbebenwarte errichtet, deren erster Direktor er bis 1904 war. 1904 wechselte er zum Meteorologischen Institut in Budapest. Als die Idee zur Errichtung einer Bergsternwarte in der Tatra aufkam, wurde Marczell mit der Planung beauftragt. 1910 richtete er eine Beobachtungsstation in der Dobsina-Eishöhle ein und untersuchte dort die Strömungs- und Temperaturverhältnisse. In München entwarf und baute er einen Prüfstand für Instrumente. 1912 organisierte er die Beteiligung Deutschlands an internationalen aerologischen Forschungen. Am 1. Januar 1913 startete in Budapest der erste Pilotballon mit Anemometer, am 3. Januar folgte der erste Instrumentenballon. Dies markierte den Beginn der Stratosphärenforschung in Deutschland. Im Ersten Weltkrieg prüfte und verifizierte er die Höhenmesser der Armee und führte sogar Windmessungen an der italienischen Front durch, um die Piloten bei ihren Kampfeinsätzen zu unterstützen. 1927 führte er Temperatur- und Strömungsmessungen in der Aggtelek-Höhle durch. Beim Bau des Laki-hegy-Funkturms 1933 installierte er persönlich ein Anemometer auf dessen Spitze in 300 m Höhe. Marczell initiierte in Ungarn die Forschung zu Erdströmen, atmosphärischer Elektrizität und Sonnenstrahlung. Er organisierte geomagnetische Messungen in Belgrad. Am 29. September 1927 wurde er stellvertretender Direktor des Nationalen Meteorologischen und Geomagnetischen Instituts. 1933 ernannte ihn der Gouverneur zum Direktor des Instituts. Am 30. April 1934 ging er in den Ruhestand, besuchte das Institut aber weiterhin regelmäßig und stand jungen Wissenschaftlern als Berater zur Seite. Er veröffentlichte einige eigenständige Publikationen. Seine Artikel erschienen von 1897 bis 1942 in der Zeitschrift „Az Időjárás“, fast jährlich einer, insgesamt dreißig. Mehrere seiner Arbeiten wurden auch in den „Geographischen Bulletins“ veröffentlicht. Er entwickelte als Erster in Ungarn die Methode der mikroklimatischen Beobachtung und der mathematischen Auswertung der Ergebnisse und gilt als Begründer der Erforschung der oberen Atmosphäre. Die Sternwarte Pestlőrinc wurde nach ihm benannt. 1938 kehrte er zur Ógyalla-Sternwarte zurück, wo er die geomagnetischen Messungen erneuerte. Bis 1942 reparierte er Instrumente und unterrichtete junge Leute. Aufgrund einer Krankheit musste er jedoch nach Budapest zurückkehren, wo er kurz darauf verstarb.

Inventarnummer:

12372

Sammlung:

Werte-Repository