Gútai Landhaus

Gútai Landhaus

Sonstige - andere

Das über hundert Jahre alte Gebäude ist ein bedeutendes Denkmal unserer Volkskultur, denn die Lehmhäuser sind typisch für die damalige Zeit. Die ehemaligen Besitzer des Landhauses waren die Familie Kondé, die einst in Pitváros lebte und sich später in Szeged niederließ. 1947 mussten sie im Zuge der Deportation ihr Zuhause verlassen. Die vertriebene Familie wurde durch Slowaken ersetzt, die freiwillig aus Ungarn einwanderten. Die slowakische Familie hatte mehr als zehn Kinder und Erben. Keiner von ihnen besaß genügend Vermögen, um das Haus zu kaufen und die Geschwister auszuzahlen. 1992 beschloss der erste frei gewählte Bürgermeister der Stadt Gúta, Imre Harsányi, das Haus für die Stadt zu erwerben. Das für diese Region so typische Gebäude hatte unter den Jahren gelitten. Die großen Risse wurden mit Stahldrähten zusammengezogen, und die Maurer der Stadt verputzten sowohl die Innen- als auch die Außenwände. Im Frühjahr 1994 stellte die Stadtverwaltung das zuvor leerstehende Landhaus dem Verband Ungarischer Frauen (MAL) zur Verfügung. Der MAL ist ein Anfang 1992 gegründeter, unabhängiger und freiwilliger Verein von Mädchen und Frauen aus der Slowakischen Republik. Zu seinen Hauptzielen gehören der Schutz der Familieninteressen und die Förderung der Jugend, aber auch die Bewahrung von Traditionen. Bis heute kümmern sich diese Frauen mit ihren Familien und Helferinnen um das Landhaus. Sie streichen es bei Bedarf, pflegen den Garten und die Blumen und Bäume. Das renovierte Landhaus dient heute als Veranstaltungsort für verschiedene Events, Aufführungen und kreative Sommercamps, und die Einwohner von Gúta haben hier eine kleine Oase des Gemeinschaftslebens und der Kultur geschaffen. In den letzten Jahren wurden im Hof eine Filigranarbeit und eine Bühne errichtet sowie ein Búboszménce gebaut, in dem traditionelle Brote, Kuchen und Lángos gebacken werden. Der Ofen wurde im typischen Gúta-Stil gebaut. Zusätzlich wurde für die Sommercamper ein Lehmbackofen errichtet. 2012 begann die Renovierung des Hauptgebäudes des Landhauses, die fast zwei Jahre dauerte, aber Ende Juli 2014 erfolgreich abgeschlossen wurde. Vor einigen Jahren erhielt das Haus nach einer erfolgreichen Ausschreibung an den Verein Rákóczi ein neues Dach, und die Stadt übernahm die Außenrenovierung. Dank der kontinuierlichen Renovierungen und Verschönerungsmaßnahmen wachsen in Gúta Generationen heran. So wird im Sommer die Tradition alter Handwerkskünste in Handwerkscamps im Hof des Landhauses gepflegt, und abends bietet das Landhaus prominenten Vertretern aus Wissenschaft, Kunst, Literatur und Religion Raum, ihr Wissen zu verbreiten.

Inventarnummer:

13800

Sammlung:

Werte-Repository

Gemeinde:

Gúta