Gustav Heckenast
Sonstige - andere
* Košice, 2. September 1811 – † Bratislava, 10. April 1878 / Drucker, Buchhändler, Verleger; Sein Vater, Mihály Heckenast, war Pfarrer der deutschen Lutheraner in Košice. Er schloss seine Schulausbildung in Prešov ab, musste sie jedoch aufgrund der finanziellen Notlage seiner Familie unterbrechen. Anschließend arbeitete er im Gewürzhandel. 1826 ging er nach Pest und fand eine Anstellung beim Buchhändler Ottó Wigand. Nachdem Ottó Wigand 1832 nach Leipzig umgezogen war, übernahm er dessen Geschäft. Sein Laden in der Váci-Straße wurde 1838 durch die große Pester Flut fast vollständig zerstört. Die Wiedereröffnung wurde durch ungarische Schriftsteller und die Einnahmen aus der Zeitschrift „Budapesti árvízkönyv“ ermöglicht. Seine ausländischen Kollegen erließen ihm zudem seine Schulden. 1838 eröffnete er seine Leihbibliothek mit 8.000 Bänden. 1840 tat er sich mit dem Drucker Lajos Landerer zusammen (die Firma firmierte fortan unter dem Namen Landerer & Heckenast) und gründete die „Bibliographiai Értesítő“, die erste monatliche ungarischsprachige Buchzeitschrift. Die Zeitung wurde 1842 eingestellt. Die Druckerei und der Verlag veröffentlichten den von Lajos Kossuth herausgegebenen „Pesti Hírlap“, doch Kossuth beschwerte sich häufig über die beiden Inhaber. Am 15. März 1848 wurden hier das Nationallied und die Zwölf Punkte gedruckt, doch Heckenast war an diesem Tag abwesend und entging so später einer Strafverfolgung, während sein Partner nach 1849 untertauchen musste. Nach Landerers Tod 1854 wurde Heckenast Alleininhaber der Druckerei und des Verlags. Im selben Jahr heiratete er Lenke Bajza, die Tochter des Schriftstellers und Dichters József Bajza; die Ehe wurde jedoch später geschieden. Die meisten seiner Veröffentlichungen waren Werke ungarischer Schriftsteller und Dichter, und in seiner Druckerei erschienen unter anderem die Schriften von Dániel Berzsenyi, Mihály Csokonai Vitéz, Károly Kisfaludy, Ferenc Kölcsey, János Vajda, Mór Jókai und Miklós Jósika. Er war der erste, der eine Sammlungsreihe (Magyar Remekírók) veröffentlichte. Er war der Gründer des Vasárnapi Újság. 1873 verkaufte er sein Unternehmen an die Franklin Company und ließ sich dann in Bratislava nieder, wo er bis zu seinem Tod lebte.