Gewächshaus

Gewächshaus

Gebäude, Struktur

Die Zöldszoba-Straße verdankt ihren heutigen Namen dem Haus Zöldszoba (Gruenstubl), das an der Ecke der heutigen Deák- und Zöldszoba-Straße steht und häufig in Testamenten aus dem 15. Jahrhundert erwähnt wird. Laut den städtischen Steuerbüchern von 1550 war dieses Haus innen und außen vollständig mit grünen Bildern bemalt. Den Steuerbüchern von 1595 zufolge war sein Dach mit Windfahnen geschmückt, die den patrizischen Adel symbolisierten. Heute ist am Giebel noch ein Relief zweier Kanaaniter zu sehen, die eine riesige Weintraube an einer Stange tragen, sowie die Buchstaben S. P. Q. P., d. h. Senatus populusque Posoniensis. Im Inneren befanden sich zwei geräumige Räume, in denen unter Ferdinand I. Nationalversammlungen, Treffen, Debatten, Provinzversammlungen und später alle Arten von Feierlichkeiten, Theateraufführungen, Hochzeiten und Empfängen stattfanden. Auch die Weine der Stadt wurden hier abgemessen. Wie eine Inschrift an diesem Haus ebenfalls verkündete. Dass es bereits in der Vergangenheit als Wirtshaus und Speiselokal gedient hatte, belegt ein Rechnungsbuch aus dem Jahr 1532. Darin erscheint es unter dem Namen „Grünstübl Gasthaus“. Die Stadt ehrte den Sohn von János Hunyadi am 5. Oktober 1450 mit Zöldszoba-Wein. Am 13. Oktober 1450 versammelten sich die Bürger der Stadt in der Zöldszoba und segneten sich hier, bevor sie zur Burg hinaufzogen, um János Hunyadis Frau zu begrüßen. Unter Ferdinand IV. wurde das Haus, das durch einen Brand schwer beschädigt worden war, renoviert, wie eine dort befindliche Inschrift bezeugt. Am 10. April 1671 tagte in diesem Haus das Judicium delegatum im Fall des Hochverrats von Ferenc Bónis und verurteilte den Angeklagten zu Kopf- und Vermögensverlust. Die Hinrichtung wurde damals auch auf dem Hauptplatz vollzogen. In den Jahren 1760/61 wurde im Hinterhof dieses Hauses ein bescheidenes Theater errichtet, mit kostenlosen Logen für adlige Familien, die bereit waren, dafür zu spenden. Dort spielten Schauspieler bis 1775, also bis zum Bau des permanenten Csáky-Theaters vor dem Fischertor. Im November 1781 wurde das Haus versteigert und an den Kaufmann Kramer für 1400 Forint verkauft. Der jetzige Besitzer ließ es mit einem schönen Balkon zur Deák-Straße hin ausbauen. In dieser Straße befindet sich das Baptisten-Gebetshaus. Das Gebäude ist außerdem deshalb bemerkenswert, weil – laut József Kolmár – Lajos Kossuth darin, im zweiten Stock auf der linken Seite, wohnte.

Inventarnummer:

1471

Sammlung:

Werte-Repository

Wertklassifizierung:

Kommunaler Wert im Ausland

Gemeinde:

Pozsony   (Deák utca 12. - Sedlárska ulica 12.)