Statue der Gräfin Franciska Andrássy in Rozsny
Statue, Denkmal, Gedenktafel
Franziska Seraphica Hablawetz (Wien, 4. Oktober 1838 – München, 26. Oktober 1902) war eine Wiener Bürgerin und Ehefrau des Kunstmäzens Graf Dénes Andrássy. Sie wurde am 4. Oktober 1838 in Wien als Tochter des bürgerlichen Ehepaares Franz Hablawetz und Barbara Dossler geboren. Am 6. April 1866 heiratete sie in Pisa Graf Dénes Andrássy, den ältesten Sohn von Graf György Andrássy und Gräfin Franciska von Königsegg-Aulendorf, gegen den Willen ihrer Eltern. Da die Ehe unter niedrigerem Stand geschlossen wurde, musste ihr Ehemann als Erbe des Hoszőrét-Zweigs der Familie Andrássy auf sein Geburtsrecht verzichten, das an ihren jüngeren Bruder György Andrássy (1846–1871) fiel. Aufgrund dessen frühen Todes ging das Anwesen der Andrássy jedoch an Dénes zurück. Franciska Hablawetz lebte mit ihrem Mann hauptsächlich in Wien und München, war eine bekannte Kunstmäzenin und unterstützte wohltätige und kulturelle Einrichtungen. Sie starb am 26. Oktober 1902 im Alter von 64 Jahren in München. Dort wurde sie beigesetzt, und 1904 wurde ihre Asche in das von ihrem Mann gestiftete Andrássy-Mausoleum in Krasznahorkaváralja überführt. Am 15. September 1903 schrieb die Stadt Rozsnyó die Errichtung eines Denkmals für Franciska Andrássy aus – eine großzügige Förderin von Schulen, Kindergärten, Krankenhäusern und wohltätigen Organisationen, die Gründerin des Instituts für Blinde und Taubstumme – zum Gedenken an die Tochter des Direktors des Wiener Konservatoriums und ab 1866 die Ehefrau von Graf Dénes Andrássy. Dies ist das Thema der Statue, und die ursprüngliche Inschrift auf der vierten Seite des Sockels bezieht sich darauf: „Die dankbare Öffentlichkeit der Stadt Rozsnyó hat es aus öffentlichen Spenden für die gütige Förderin der Witwen, Waisen und Behinderten, die großzügige Gönnerin des religiösen Lebens, der öffentlichen Bildung und der Kunst, gestiftet.“ Das Werk der Bildhauer Ödön Szamovolszky und János Horvay wurde am 29. Oktober 1905 eingeweiht. Die Statue weist stilistische Merkmale des Jugendstils auf. An der Spitze der Skulpturengruppe, auf einem Sockel, befindet sich die Büste der Gräfin. Mit zum Gebet gefalteten Händen blickt sie auf die männliche Figur vor dem Sockel herab, die beschützend ein kleines Mädchen und einen nackten Jungen hält. Laut der Ausgabe 1905/45 der „Vasárnapi Újság“ stellt die männliche Figur Jesus dar, doch es herrscht auch die weitverbreitete Annahme, dass er – wie die beiden Kinder – die Armen symbolisiert, denen die Gräfin hilft. Die Statue von Franciska Andrássy ist aus weißem Marmor gefertigt, die drei anderen Figuren aus Gips. Die Statue wurde während der kommunistischen Ära vom Platz entfernt. Anstelle der Statue wurde 1973 eine Statue errichtet, die einen Partisanen darstellt. Sie wurde 1993 restauriert und dann an ihren ursprünglichen Platz vor dem Feuerturm auf dem Hauptplatz zurückgebracht.