Graf István Ambrózy-Migazzi
Sonstige - andere
* Nizza, 5. März 1869 – † Tana, 31. August 1933 / Rechtsanwalt, Dendrologe, Botaniker; Er verbrachte seine Kindheit in Tana, Komitat Vas, und entwickelte unter dem Einfluss seiner Mutter, Gräfin Agáta Erdődy, ein Interesse an Gartenbau und Natur im Allgemeinen. Besonders Pflanzen faszinierten ihn, und neben seinem Jurastudium studierte er auch Biologie in Wien, Löwen und Budapest. Die Botanik betrieb er nur als Hobby; seine Erfolge feierte er vor allem im öffentlichen Leben als Abgeordneter und bewirtschaftete zudem seine Güter. 1892 heiratete er Gräfin Antónia Migazzi, Tochter des Grafen István Migazzi, und wurde somit Besitzer des Guts Malonya. Dort ließ er 1894/95 ein Schloss errichten und legte daneben mit Hilfe des Gärtners József Mysák auf einem 67 Hektar großen Gelände einen botanischen Garten an. Hier pflanzte er exotische Pflanzen, vor allem immergrüne Bäume (etwa 1500 Arten). Er war zudem ein großer Rosenliebhaber und ließ immergrüne amerikanische Sorten importieren. Diese starben jedoch schließlich aus und wurden durch Sorten des berühmten Korponaner Rosenzüchters Rudolf Geschwind ersetzt. Auch renommierte Dendrologen aus Europa besuchten Schloss Malonya regelmäßig. Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs unterbrach jedoch die Erweiterung des Arboretums. Nach dem Kaiserwechsel 1918 kehrte Ambrózy nicht auf dieses Anwesen zurück, sondern schuf zwischen 1922 und 1933 das bedeutende Arboretum etwa 2–3 km vom Dorf Kám im Komitat Vas entfernt. Sein Ziel war es, ein für die immergrünen Laubbäume des Mittelmeerraums geeignetes Mikroklima sowie Pflanzengesellschaften zu schaffen, die das Überleben anspruchsvollerer Arten gewährleisten sollten. Dies gelang ihm, sodass beide Arboreten noch heute erforscht und besucht werden können. Das Arboretum Malonya wurde 1953 von der Ungarischen Akademie der Wissenschaften übernommen. Fortan wurden neue Baumarten nicht nur nach dem von Ambrózy propagierten Prinzip des „immergrünen“ Baumbestands („semper vireo“), sondern auch nach pflanzengeografischen Kriterien gepflanzt. Er selbst bestimmte seinen Grabplatz inmitten des symbolträchtigen Arboretums, und sein Lieblingsspruch ist auf der Krypta zu lesen: Semper vireo. Eine lebensgroße Bronzestatue von ihm steht im Arboretum Malonya.