Grabmal von Charles Faller
Friedhöfe, Grabsteine, Gräber
Károly Faller war Metallurg, Hochschulprofessor, Präsident des Selmecbányaer Vereins zur Förderung der Bergbau- und Hüttenliteratur (1889–1892) und Gründungsmitglied des Ungarischen Nationalen Bergbau- und Hüttenverbandes. Er wurde am 17. Mai 1857 in der alten Bergstadt Selmec geboren, wo sein Vater bereits als Lehrer an der Bergakademie tätig war. Anderen Quellen zufolge ist sein Geburtsdatum der 21. Mai 1857 (Csath B., 1992, S. 130). Er absolvierte seine Schulausbildung in Selmecbánya und Košice und studierte ab 1875 an der Bergakademie. Nach seinem Hochschulabschluss arbeitete er in Košice, Nagybánya und Budapest und wurde 1882 zum Metallurgielehrer in Selmec ernannt. Nach kleineren beruflichen Umwegen wurde er 1894 der Abteilung für Metallurgie zugeteilt, wo er bis 1913 als Professor lehrte. In der Zwischenzeit entsandte ihn die Regierung ins Ausland, um die bekanntesten Hüttenwerke zu studieren. Diese Erfahrung war bereichernd: Er verfasste originelle Studien und Reiseberichte über seine Erlebnisse. Er besuchte unter anderem so entwickelte Industrienationen wie Deutschland, Italien, die Schweiz, Frankreich, England, Belgien, die Niederlande und Schweden. In Selmecbánya waren die akademischen Lehrer der Akademie zugleich Lehrbuchautoren. Károly Faller schrieb hier auch sein bedeutendstes Werk, seine Monografie „A fémkohásztan készészésékészek“. Das vierbändige Werk erschien 1896, 1898, 1902 und 1904 in Selmecbánya. Experten zufolge war es „lange Zeit ein Standardwerk für Metallurgen. Bezeichnend für seinen Wert ist, dass es auch heute noch von älteren Metallurgen gewinnbringend genutzt wird. Lange Zeit war es das einzige ungarischsprachige Werk zur Metallurgie.“ (Horváth Z., 1959, S. 556–561) Károly Faller leistete Pionierarbeit auf seinem Gebiet. So war er beispielsweise in Ungarn der Erste, der versuchte, „metallographische Methoden zur Erklärung metallurgischer Phänomene anzuwenden“. (Horváth Z., 1959, S. 559) 1903 veröffentlichte er in Budapest sein Werk „Tanulmányok a metallógrafá teren“ (Über die Metallurgie) und 1905 sein Werk „A kedmény ólom mikrostrukturja“ (Über die Mikrostruktur von Metallen). Er verfasste außerdem Studien über neuere Sprengstoffe und den kolloidalen Zustand von Metallen. Auch dem öffentlichen Leben blieb er treu. Er verfasste das Kapitel „Metallurgie“ für die Komitatsmonographie. Daraus geht hervor, dass die früheste Geschichte der Metallurgie in Selmec im Dunkeln liegt, doch lässt sich belegen, dass hier bereits im 14. Jahrhundert Schmelzhütten existierten. Um diese Zeit besaß jeder Bergmann eine eigene Schmelzhütte oder Metallwerkstatt. In den Schmelzhütten wurden die Bodenschätze der Bergwerke des Selmecer Bezirks verarbeitet: Silber- und Bleierz sowie Kupfererz. Die pädagogischen Methoden des Lehrers, der über umfassende Fachkenntnisse verfügte und die Welt bereist hatte, zeichneten sich auch dadurch aus, dass er Theorie und Praxis erfolgreich verband. Selmec hatte dazu ideale Voraussetzungen, da die Stadt über Jahrhunderte hinweg dank ihrer reichen Bodenschätze eine Blütezeit erlebte. Es ist kein Zufall, dass Selmec im Vergleich zu Wien und Prag die Nase vorn hatte, als die Wiener Regierung Anfang des 19. Jahrhunderts über den Standort der Bergakademie entscheiden musste. Schließlich hieß es in der Begründung: „Die Stadt ist klein, aber sie hat einen intelligenten Charakter, wo der wahre Berggeist seit langem in heimeligem und warmem Boden verwurzelt ist…“ (Sobó J., 1906, S. 199). Unser angesehener ungarischer Vorgänger, der am 30. Mai 1913 in Budapest starb, trug zweifellos maßgeblich zur Bereicherung der Traditionen seiner Region bei. Aus seiner Ehe mit Irma Pancaldi gingen vier Kinder hervor: zwei Söhne, die im Säuglingsalter starben, Gusztáv und Károly, sowie Gizella und Irén. Der Grabstein von Károly Faller befindet sich auf dem Friedhof von Frauenberg. Seine Hauptwerke: • Über das Schmelzen von Metallen durch Elektrizität. Bergbau- und Hüttenschrift, 18 (1885), S. 58–59. • Tellur. Bergbau- und Hüttenschrift, 22 (1889), S. 140–143. • Aluminium. Bergbau- und Hüttenschrift, 29 (1896), S. 20–23, 36–38, 54–56, 71–73, 87–90. • Handbuch der Metallurgie, Bd. 1–4. Selmecbánya, 1896–1904. • Studien auf dem Gebiet der Metallographie. Athenaeum, Budapest, 1903. • Die Mikrostruktur von Hartblei. Mining and Metallurgical Papers, 38/2 (1905), 265–277. • Synthese von Metallverbindungen durch Auflösung und Kristallisation in Metallen. Mining and Metallurgy Papers, 39/1 (1906), 145–160. • Metallurgie. Mining and Metallurgy Yearbook, 1 (1909), 173–178.