Grab des Ministerialrats und Lehrers Ottó Schwartz
Friedhöfe, Grabsteine, Gräber
Auf dem Friedhof von Selmec, Grab Nr. 295, ruht der ehemalige angesehene Lehrer der Akademie, Physiker und Gelehrte Ottó Schwartz. Jenő Sobó schrieb 1910 in seinem Nachruf über den bei den Studenten beliebten „Papa Schwartz“: „Mit ihm ist eine typische Persönlichkeit aus den Reihen jener Lehrer hervorgetreten, die nach der Wiederherstellung unserer Verfassung und der Ungarisierung unserer Bergakademie mit eifriger Begeisterung den schwierigen, fast ununterbrochenen Weg zur nationalen Entwicklung der Bergbauwissenschaften beschritten.“ (Sobó J., 1910, S. 401). Dr. Ottó Schwartz wurde am 29. September 1847 in Bezdán, Komitat Bács-Bodrog, geboren. Er absolvierte seine Schulausbildung in Timișoara und Buda und schloss sein Gymnasium in Buda ab. Währenddessen wurde sein Vater, ein Ingenieur, nach Banat versetzt, wo er die Leitung des staatlichen Architekturbüros übernahm. Sein Sohn Otto ging in dieser Zeit nach Wien, wo er vier Jahre an der Universität und am Physikalischen Institut studierte. 1869 legte er das Lehrerexamen ab und promovierte 1871 in Geisteswissenschaften. Im selben Jahr wurde er Assistenzprofessor an der Akademie im Fachbereich Chemie und Mathematik, wo er unter anderem eigenständige Vorlesungen in Physik hielt. 1872 wurde er außerordentlicher Professor, 1878 ordentlicher Professor, 1890 Bergberater und 1894 Hauptbergberater. An der Akademie lehrte er zunächst nur Physik, ab 1872 aber auch Mathematik. Wie wir in seiner Biografie lesen: „Er verfolgte die Entwicklung der Elektrotechnik aufmerksam, und auf sein Drängen hin wurde die Elektrotechnik 1896 in den regulären Studienbetrieb der Akademie aufgenommen. Acht Jahre lang, bis 1894, lehrte er dieses Fach mit größtem Einsatz, bis die Elektrotechnik schließlich eine eigene Fakultät erhielt.“ (Sobó J., 1910, S. 403) Auch Jenő Sobó betonte: Ottó Schwartz war ein Mensch und Lehrer im wahrsten Sinne des Wortes. Als Mensch war er von einem ausgeprägten Pflichtgefühl und dem Wunsch nach dem Gemeinwohl geleitet. Als Lehrer verfügte er über umfassende Kenntnisse und war ein guter Freund seiner Kollegen und Studenten. „Ruhige Weisheit, gesunder Menschenverstand, reiche Erfahrung, fundiertes Urteilsvermögen und wissenschaftliche Bescheidenheit waren die Hauptmerkmale seines Charakters als Lehrer.“ (Sobó J., 1910, S. 402 l.) Ottó Schwartz arbeitete in einem breiten Spektrum der Naturwissenschaften. Er veröffentlichte Artikel in ungarischen und englischen Fachzeitschriften über die elektrische Aufbereitung von Zinkerzen, die chemische Analyse von Bleierzen, den Schutz vor Kesselexplosionen, Borstahl usw. Seine Werke „Experimentelle Naturwissenschaften“ (1885), „Klimatologie“ (1891) und „Physik“ (1895) erschienen in Selmecbánya (SBS. V., 1992, S. 248, L.). Fast vier Jahrzehnte lang führte er in Selmecbánya meteorologische Beobachtungen durch, beteiligte sich an Sternschnuppenbeobachtungen, befasste sich mit der Vogelwelt, untersuchte die Temperaturverhältnisse in den Selmec-Minen usw. Er war ein Popularisierer wissenschaftlicher Entdeckungen, der drahtlosen Telekommunikation und der Röntgenstrahlung. Er verfolgte die ausländische naturwissenschaftliche Literatur aufmerksam und übersetzte selbst mehrere Artikel aus dem Englischen. Er war Gründungsmitglied und aktives Mitglied der Medizinisch-Naturwissenschaftlichen Gesellschaft von Selmecbánya, in deren Gesellschaft er zahlreiche Vorträge hielt. Ottó Schwartz, der auch im öffentlichen Leben hohes Ansehen genoss, war zwischen 1896 und 1907 viermal Direktor der Akademie. Er starb am 15. März 1910 in Selmecbánya. Sein Grab befindet sich auf dem Königlichen Friedhof hinter dem Piari-Tor.