Grab von Mihály Katona, Geograph und Prediger

Grab von Mihály Katona, Geograph und Prediger

Friedhöfe, Grabsteine, Gräber

Am 17. April 1923 öffnete der Pfarrer der Pfarrkirche von Búcs auf dem alten Friedhof ein hundert Jahre altes Grab und suchte darin nach den Überresten zweier Menschen. Er fand sie. Von den beiden Schädeln wies einer eine ungewöhnlich hohe Stirn auf, der andere war bemerkenswert, da er mit leuchtend goldgelben Haarlocken geschmückt war und ein vollständiges Gebiss besaß. Die Särge waren zu gelbem Staub zerfallen, doch zwischen den Knochen fand man Stücke von Seidenkleidung, Überreste einer Priesterrobe und einen goldenen Ring, dem ein Stein fehlte und der im Laufe der Jahrhunderte eine dunkle Patina angenommen hatte. Anhand der Inschriften auf den über dem Grab errichteten Gedenksteinen konnte zweifelsfrei festgestellt werden, dass der Schädel mit der hohen Stirn Mihály Katona gehörte und der deutlich kleinere mit dem gelben, seidigen Haar Éva Szarka, Mihály Katonas jung verstorbener Ehefrau. Die Kirchenbehörden sahen sich gezwungen, das Grab zu öffnen, da die alten Friedhöfe, die bei ihrer Aufteilung auf die Namen der Bauern übertragen worden waren, zu Häusern umgebaut wurden und die Käufer die Entfernung der Grabsteine verlangten, um mit dem Bau beginnen zu können. Die Toten sollten den Lebenden Platz machen. Das Presbyterium der Kirche beschloss einstimmig, die Asche von Mihály Katona nicht spurlos verschwinden zu lassen, nicht zuzulassen, dass menschliche Gefühle und Leidenschaften um sie stritten, sondern sein Grab zu öffnen. Seine dort gefundenen Gebeine werden geborgen und in einem neuen Grab auf dem bestehenden Friedhof beigesetzt. Ein großer Teil der Bevölkerung war bei der feierlichen Zeremonie anwesend, und als die Gebeine des Verstorbenen fortgebracht wurden, trauerten die Anwesenden neben der schlichten calvinistischen Zeremonie erneut um Mihály Katona. Denn Mihály Katona war ein großer Gelehrter und ein ausgezeichneter Seelsorger, der sein Volk aufrichtig liebte. Jeder seiner Schritte war ein Segen. Das hatten sie schon von ihren Vätern gehört.

Inventarnummer:

442

Sammlung:

Werte-Repository

Gemeinde:

Búcs   (temető)