Das Grab von József Móczik (Pater Felicián)
Friedhöfe, Grabsteine, Gräber
József Móczik wurde am 9. September 1861 in Selmecbánya geboren. In seiner Jugend erlernte er das Tischlerhandwerk und studierte anschließend Theologie. 1883 trat er dem Franziskanerorden bei und wurde 1893 zum Priester geweiht. Zunächst wirkte er als Kantor an der Franziskanerkirche in Bratislava, dann zog es ihn aufs Land, und zwischen 1893 und 1900 war er als Priester in Budapest tätig. Dort besuchte er als Student die Budapester Kunstakademie und vertiefte seine bereits erworbenen Malerfahrungen. Neben Landschaften malte er auch Veduten, doch sein Aufenthalt in Pest und sein neu erworbenes akademisches Wissen führten ihn zunehmend zur sakralen Malerei. Seine Liebe zur Musik kam dabei natürlich nicht zu kurz; als ehemaliger Kantor hatte er in der Hauptstadt auch die Möglichkeit, seine Fähigkeiten im Orgelspiel und im Komponieren weiterzuentwickeln. Anschließend kehrt er in seine geliebte Stadt Bratislava zurück, wo er sein über die Jahre erworbenes umfangreiches und vielfältiges Wissen gewinnbringend einsetzt. Er setzt seinen priesterlichen Dienst fort, engagiert sich in der karitativen Arbeit, leitet den Kinderchor des St.-Martins-Doms und trägt als Komponist zur Erweiterung des geistlichen Repertoires der Kirche bei, das später in den wichtigsten religiösen Zentren der Monarchie Anwendung findet. Er unterrichtet die Kinder von Erzherzog Friedrich in Musik und bildender Kunst. Darüber hinaus malt er unermüdlich weiter und stellt neben seinen Ikonen – die noch heute viele Kirchen schmücken und sich in den Sammlungen des Stadtmuseums Bratislava und der Slowakischen Nationalgalerie befinden – auch gefallene Menschen und Arme dar. Sein umfassendes Wissen, seine Nächstenliebe und seine demütige Hilfsbereitschaft gegenüber seiner Glaubensgemeinschaft führen ihn zu höheren Positionen im Priesteramt. Später wird er zum Ratgeber des Heiligen Stuhls ernannt. Pater Felicián verstarb am 18. August 1917 und wurde hinter der Rückwand der Kirche auf dem Friedhof von András, neben anderen kirchlichen Würdenträgern, beigesetzt. Sein Grab (im westlichen Teil des zweiten Friedhofsabschnitts) befindet sich in einem beklagenswerten Zustand. Das Bronzerelief auf dem oberen Teil des kreuzförmigen Marmorgrabsteins (ein Werk von Róbert Kühmayer) fehlt, die Inschrift ist zwar noch gut lesbar, muss aber gereinigt und vergoldet werden, und keine der Säulen, die die Ketten tragen, fehlt – einschließlich der Zierketten. Der Komponist und Dirigent István Németh Somorjai war ebenfalls ein Schüler von József Móczik, der zwischen 1908 und 1912 unter der Leitung von Pater Felicián Mitglied des Kinderchors der St.-Martins-Kathedrale war. Nationales Kulturdenkmal: NKP 279/76.