Glockenturm mit Seelenglocke auf Vágán

Glockenturm mit Seelenglocke auf Vágán

Gebäude, Struktur

Die Grabglocke des Vága-Friedhofs wurde 1949 von Ödön Andrásfay, dem Pfarrer von Vága, in der Glockengießerei der Gebrüder Fischer in Nagyszombat gefertigt. Sie wurde während der sozialistischen Ära nicht verwendet. Glockensockel und Glocke wurden im Herbst 1990 geweiht. Die handaufgezogene Grabglocke soll den Verstorbenen auf seinem letzten Weg vom Bestattungsinstitut zum Grab begleiten. Der untere Durchmesser der Glocke beträgt 44 cm. Ein reichhaltiges Blumenornament ziert den oberen Teil der Glocke. Auf dem Glockenmantel befindet sich die gegossene lateinische Inschrift: „REQUIESTANT IN PACE / SV. MICHAL“. Die ungarische lateinische Inschrift lautet: „Nyugodjék békében / Szent Mihály“. Die lateinische Inschrift auf der Rückseite der Totenglocke lautet: „REFUSA PER / FRATRES FISCHER / SUB. COMN. NAT. / IN TYRNAVIA A. 1949.“ Der Mantel der Seelenglocke zeigt den Erzengel Michael mit Flügeln in Kampfrüstung, mit Schwert und Schild, zu seinen Füßen den besiegten Drachen (die Verkörperung Satans). In der ungarischen Volkstradition steht der heilige Michael den Sterbenden bei, hilft ihnen beim Übergang ins Jenseits und geleitet die Seelen ins Jenseits. Über das Läuten der Kirchenglocken: Unabhängig von Zeremonien und Todesfällen läutet die Glocke dreimal täglich. Die kleine Glocke läutet um 6 Uhr morgens, die große Glocke um 12 Uhr mittags und die kleine Glocke um 18 Uhr abends. Ältere Menschen bekreuzigen sich beim Klang aller drei Glocken und beten den Angelus; nach dem Angelus am Abend beten sie auch für die Verstorbenen. Die Glocke läutet zweimal zur Werktagsmesse und dreimal sonntags. Der Ruf zur Sonntagsmesse: Die erste und zweite Glocke läuten halbstündlich, die Vorglocke zu Beginn der Messe. Noch heute kann man anhand des Glockengeläuts, das einen Todesfall verkündet, erkennen, ob es sich um einen Mann oder eine Frau handelt, denn „zwei Strophen werden für eine Frau, drei für einen Mann gesungen“. Die Glocken werden für Menschen in der Ferne geläutet, um den Tod und die Beerdigung anzukündigen. Das Glockengeläut, das im ganzen Land üblich ist, war auch in Vága Brauch, wenn ein Sturm aufzog. Die Einwohner von Vága sagen: „Die Wolken läuten vor den Wolken.“ Die Erinnerungen der Älteren an diese Anlässe sind lebendig, denn das Glockengeläut vertrieb die dunklen Wolken, und der Sturm verschonte das Dorf. Die Glocken werden zweimal im Jahr um Mitternacht geläutet. Einmal, wie in jeder anderen katholischen Kirche, zum Aufruf zur Christmette, wobei alle drei Glocken zehn Minuten lang läuten. Das andere Mal, am Peter-und-Paul-Tag, um Mitternacht, wobei alle drei Glocken eine halbe Stunde lang läuten. Dieser Brauch ist bis heute lebendig. Wenn die Mitternachtsglocke läutet, sagt man: „Jetzt reißt der Mais die Wurzeln (der Glocke) heraus.“ Andere sagen: „Der Mais platzt auf.“ Schließlich beziehen sich beide Ausdrücke auf die Reife des Maises. Das heißt, die Ernte kann beginnen. In den letzten Jahren läuten die Glocken am 4. Juni ab 16:30 Uhr zehn Minuten lang mit allen drei Glocken, um an den ungerechten Friedensvertrag von Trianon zu erinnern.

Inschrift/Symbol:

ERFORDERLICH IM TEMPO / SV. MICHAL. Die lateinische Inschrift auf Ungarisch: Nyugodjék békében / Szent Mihály. Die lateinische Inschrift auf der anderen Seite der Seelenglocke: REFUSA PER / FRATRES FISCHER / SUB. KOMM. NAT. / IN TYRNAVIA A. 1949.

Inventarnummer:

795

Sammlung:

Werte-Repository

Wertklassifizierung:

Kommunaler Wert im Ausland

Gemeinde:

Vága   (Vágai Községi Temető)