Herzzegh Geza Gabor

Herzzegh Geza Gabor

Sonstige - andere

* Nagykapos, 17. Oktober 1928 – † Budapest, 11. Januar 2010 / Jurist; Universitätsprofessor, Mitglied der Ungarischen Akademie der Wissenschaften (1990); Sein Vater war Vorsitzender Richter des Bezirksgerichts Nagykapos, sein späterer Adoptivvater Historiker. Er besuchte die Schule in seiner Heimatstadt und schloss das Premontre-Gymnasium in Gödöllő ab. Von 1947 bis 1951 studierte er Rechtswissenschaften an der Universität Szeged und erwarb den juristischen Abschluss. Von 1951 bis 1967 war er Mitarbeiter am Institut für Politik- und Rechtswissenschaften der Ungarischen Akademie der Wissenschaften und lehrte gleichzeitig Diplomatiegeschichte an der Karl-Marx-Universität für Wirtschaftswissenschaften in Budapest (heute: Corvinus-Universität Budapest). Ab 1967 war er außerordentlicher Professor am Lehrstuhl für Internationales Recht der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Janus-Pannonius-Universität Pécs (heute: Universität Pécs) und ab 1980 Lehrstuhlleiter. Von 1981 bis 1987 war er Dekan der Fakultät und von 1990 bis 1993 Mitglied des Verfassungsgerichts. Zwischen 1993 und 2003 vertrat er Ungarn am Internationalen Gerichtshof in Den Haag. Die Ungarische Akademie der Wissenschaften wählte ihn 1985 zum korrespondierenden und 1990 zum ordentlichen Mitglied. Er gehörte dem Batthyány-Professorenkreis an. Sein Forschungsschwerpunkt lag im Völkerrecht. Anfänglich befasste er sich mit den Verbindungen zwischen dem Kolonialsystem und dem Völkerrecht, später mit der Rolle völkerrechtlicher Prinzipien in der internationalen Rechtsprechung. Er untersuchte auch die internationale Durchsetzung von Menschenrechten, Fragen des Schutzes nationaler Minderheiten und die internationale Entwicklung des humanitären Völkerrechts. Er betrieb interdisziplinäre Forschung auf dem Gebiet der Völkerrechtssoziologie. Als Experte des Internationalen Roten Kreuzes nahm er an zahlreichen Konferenzen teil und referierte zu Völkerrecht, humanitärem Völkerrecht und anderen Themen. Er veröffentlichte außerdem den Roman „Zahn und Nagel“ (2008). Seine Tochter, Anita Herczegh, ist ebenfalls Juristin und die Ehefrau des ungarischen Staatspräsidenten János Áder. Hauptwerke: Die Kolonialfrage und das Völkerrecht, 1962; Allgemeine Rechtsgrundsätze und die internationale Rechtsordnung, 1969; Völkerrecht (Universitätslehrbuch, Mitautor), 1976; Die Entwicklung des humanitären Völkerrechts (auch in englischer Sprache), 1981; Ungarns Außenpolitik 896–1919, 1987 Vom Attentat in Sarajevo bis zur Potsdamer Konferenz, 1999; Unser prozessuales Erbe, 2005.

Inventarnummer:

12080

Sammlung:

Werte-Repository