Geza Czirbusz

Geza Czirbusz

Sonstige - andere

* Košice, 17. September 1853 – † Budapest, 10. Juli 1920 / Piaristenmönch, Geograph, Universitätsprofessor, Schriftsteller; Er absolvierte 1872 das Gymnasium in seiner Heimatstadt Prémontre und schloss sein Universitätsstudium in Budapest ab, wo er 1884 das Lehrdiplom für Geschichte und Geographie und 1890 das Lehrdiplom für Deutsch erwarb. 1886 promovierte er mit einer Arbeit über die Bulgaren Südungarns. Seine vielfältigen Interessen zeigen sich darin, dass er auch Kunstgeschichte, Archäologie und Philosophie studierte, sein Theologiestudium privat abschloss und 1878 als Mitglied des Piaristenordens zum Priester geweiht wurde. Zwischen 1875 und 1910 unterrichtete er an verschiedenen Schulen des Ordens (Kecskemét, Kisszeben, Nagykanizsa, Temesvár, Veszprém, Szeged, Kolozsvár, Léva, Székesfehérvár, Nagykároly, Sátoraljaújhely, Nagybecskerek) und gab neben seinen Fachgebieten oft auch Französisch und Philosophie. Ab 1910 war er ordentlicher Professor für Landvermessung an der Universität Budapest. Ihm wird außerdem die Gründung des Südungarischen Ethnographischen Museums zugeschrieben. Er war ein äußerst produktiver Autor: Mehr als 170 wissenschaftliche Arbeiten und unzählige populärwissenschaftliche Artikel sind noch nicht erfasst. Seine Themen reichten von Geographie über Ethnographie und Wirtschaftswissenschaften bis hin zu Kunstgeschichte und Archäologie. Seine Ernennung zum Universitätsprofessor rief in Fachkreisen großen Widerstand und sogar Empörung hervor, und die Ungarische Geographische Gesellschaft entsandte sogar eine Delegation zum Monarchen, um ihn zum Rückzug der Ernennung zu bewegen. Der angesehene Geograph und spätere Ministerpräsident Graf Pál Teleki (1879–1941) war einer seiner größten Kritiker. Seine Kollegen waren vor allem mit seinem übertriebenen anthropogeographischen und sozialgeographischen Ansatz unzufrieden, der die geologischen und naturwissenschaftlichen Aspekte der Geographie vernachlässigte. In seinen polemischen Artikeln schlug er oft einen scharfen Ton an, und seine wissenschaftlichen Arbeiten entsprachen nicht immer den erforderlichen fachlichen Standards. Zu seinen Verdiensten zählt die Erneuerung der ungarischen wissenschaftlichen geographischen Sprache. Hauptwerke: Geographisches Handbuch zum vollständigen geographischen Atlas von Manó Kogutowicz (I-II.), 1904; Die Deutschen Südungarns, 1913; Albanien und die albanische Frage, 1915 Anthropogeographie (I-III.), 1915–1919.

Inventarnummer:

11733

Sammlung:

Werte-Repository

Gemeinde:

Kisszabos