Gedenktafel zum 100-jährigen Jubiläum der Wirtschaftsbahn Bodrogközi
Statue, Denkmal, Gedenktafel
Der 100. Jahrestag des Starts der Bodrogközi-Wirtschaftsbahn wurde am 2. August 2013 ab 15 Uhr in Királyhelmec mit einem Vortrag und der Enthüllung einer Gedenktafel begangen. Bei der Veranstaltung hielt der pensionierte MÁV-Chefingenieur Péter Parragh im Mailáth József Regionalmuseum einen Vortrag mit dem Titel „Die Geschichte der Bodrogközi-Wirtschaftsbahn“. ; ; Die von der Bodrogközi-Wirtschaftsbahn gebaute Strecke Cigánd-Királyhelmec wurde 1913 eröffnet, bald nach Sárospatak verlängert und dann auf einer Flügelstrecke von der Zweigstelle Sárospatak nach Kenézlő geführt. Im Jahr 1920 wurde Királyhelmec durch den Vertrag von Trianon annektiert und der Endpunkt der Linie wurde Zemplénagárd. Eine weitere negative Folge des Friedensvertrags war die schwierige Lage von Hegyköz (Sátoraljaújhely). Daher wurden auch hier Pläne zum Ausbau des Schmalspurbahnnetzes geschmiedet. Zunächst wurde 1924 die Strecke zwischen Sátoraljaújhely und Pálháza gebaut, und bis Ende des Jahres wurde die Linie von Pálháza nach Füzérkomlós verlängert. Die beiden Strecken wurden 1927 miteinander verbunden, wodurch das längste durchgehende Schmalspurbahnnetz Ungarns entstand. Der wichtigste Schritt hierbei war der Bau der Balsa-Theiß-Brücke im Jahr 1930, durch die eine direkte Bahnverbindung zwischen Kenézlő und Balsa geschaffen wurde. In Balsa wurde die Strecke an das Schmalspurbahnnetz der Nyírvidéki angeschlossen. 1938 fiel Királyhelmec an Ungarn zurück, und die Gleise wurden wieder aufgebaut. Sie wurden 1944, gegen Ende des Krieges, erneut stillgelegt. Ende 1944 sprengten die Deutschen die Balsabrücke, wodurch die direkte Bahnverbindung unterbrochen wurde. Die Brücke wurde nie wieder aufgebaut; heute zeugen nur noch ihre Ruinen davon. Bis vor Kurzem wurde die Verbindung per Fähre aufrechterhalten. 1949 wurden die Strecken verstaatlicht, und auf den unterbrochenen Abschnitten (Kenézlő und Zemplénagárd) wurde der Zugverkehr durch ein Ausweichgleis umgeleitet. 1964 wurde der Dampfbetrieb eingestellt und durch Lokomotiven der Baureihen Mk48 und Mk45 ersetzt. Zu diesem Zeitpunkt spielte die Bahn bereits eine wichtige Rolle im Leben der Anwohner. Sowohl der Personen- als auch der Güterverkehr waren bedeutend, und die Bahn bot zahlreiche Arbeitsplätze. Das Schicksal der Schmalspurbahn wurde durch das Verkehrskonzept von 1968 besiegelt. Am 31. Dezember 1976 wurde die Strecke zwischen Elágazás und Zemplénagárd stillgelegt. Am 29. November 1980 wurde auch das restliche Streckennetz abgebaut. Wenige Tage später begannen die Abbauarbeiten. Das gesamte Eisenbahnnetz wurde demontiert, doch die Forstbahn Pálháza, die zuvor an die MÁV-eigene Hegyközi-Schmalspurbahn angebunden war, wurde lediglich stillgelegt und ab 1989 für touristische Zwecke saniert. Interessanterweise wurde diese Forstbahn 1996 vom Industriegebiet Pálháza bis nach Pálháza auf dem Damm der Hegyközi-Schmalspurbahn verlängert. Da dieser Abschnitt nie im Besitz der Forstbahn war, wurde faktisch ein kurzes Teilstück der Hegyközi-Schmalspurbahn wiederaufgebaut. Somit ist heute der Abschnitt der Schmalspurbahn zwischen dem Industriegebiet Pálháza und dem Industriegebiet Pálháza in Betrieb, allerdings nur für touristische Zwecke und als Teil der Forstbahn. Darüber hinaus erinnern einige Bauwerke (z. B. die Bodrog-Brücke) und Gleisreste an die ehemalige Schmalspurbahn.