Gedenktafel von Kálmán Kittenberger

Gedenktafel von Kálmán Kittenberger

Statue, Denkmal, Gedenktafel

Die Gedenktafel für Kálmán Kittenberger wurde 2010 von der Slowakischen Jägerkammer und der Slowakischen Forstgesellschaft errichtet und an der Wand des Firmensitzes in Léva in der Koháry-Straße angebracht. Die feierliche Einweihung fand im Rahmen der 15. Lévaer Jägertage statt. Auch der Verein Reviczky aus Léva war an der Organisation beteiligt. Die 46. Pfadfindergruppe Kittenberger Kálmán stellte bei der Zeremonie eine Ehrenwache. Auf einer 1800 x 900 Zentimeter großen Edelstahltafel des Künstlers András Csillag aus Vágselly zeigt ein zeitgenössisches Foto Kittenberger bei der Jagd am Fuße des Kilimandscharo, im Hintergrund ein für die Landschaft typischer Baum. Die Gedenktafel trägt den Namen des Jägers in slowakischer und ungarischer Sprache, der Text ist dreisprachig (Slowakisch, Ungarisch und Englisch). Landwirtschaftsminister Vladimír Chovan enthüllte das Werk. Dieses freudige Ereignis fand 52 Jahre nach Kittenbergers Tod statt. Kálmán Kittenberger war Lehrer, externer Mitarbeiter des Nationalmuseums und Chefredakteur der Jagdzeitung „Nimród“. Er war neben Zsigmond Széchényi der bekannteste ungarische Afrikareisende und Jagdschriftsteller. Geboren wurde er am 10. Oktober 1881 in Léva als Sohn einer achtköpfigen Industriellenfamilie. Dort absolvierte er seine Lehrerausbildung und setzte anschließend sein Studium an der Pädagogischen Hochschule der Budapester Zivilschule fort. Schon damals bereitete er sich bewusst auf das Sammeln und Präparieren von Präparaten vor. Er besuchte regelmäßig die Präparationswerkstatt der Zoologischen Abteilung des Nationalmuseums (später Zoologische Abteilung des Naturhistorischen Museums). Noch vor Abschluss seines Studiums nahm er eine Stelle als Lehrer im Dorf Tatrang in Siebenbürgen an. Einige Monate später erhielt er ein Angebot für eine Jagdreise nach Afrika, das er mit den Worten „Sofort, unter allen Umständen“ annahm. 1902 betrat er zum ersten Mal afrikanischen Boden. 1903 erlegte er seinen ersten Elefanten, der ihn angegriffen hatte. 1904 erlebte er eine Löwenattacke und verdankte sein Überleben allein den Einheimischen von Bakambá. Er verlor dabei einen Finger, den er als Präparat dem Nationalmuseum übergab. 1912 transportierte er lebende Tiere für den Zoo und Botanischen Garten nach Budapest. Im Laufe seines Lebens bereiste er die äquatoriale Region im Osten des Kontinents, die zoologisch reichste Region, sechsmal und verbrachte dort etwa zehneinhalb Jahre. Bis 1914 schickte er jährlich professionell präparierte Tiere an das Nationalmuseum. Seine zoologischen Beobachtungen und Erfahrungen hielt er in seinen Büchern fest. Sein bekanntestes Werk ist „Vom Kilimandscharo nach Nagymaros“. 1914, während seiner Sammeltätigkeit in Uganda, erreichte ihn auch der Erste Weltkrieg. Als Staatsbürger der feindlichen Mächte wurde er verhaftet, sein Material beschlagnahmt und er in ein indisches Kriegsgefangenenlager gebracht, aus dem er erst fünf Jahre später freigelassen wurde. Am letzten Tag des Jahres 1919 kehrte er völlig ausgeraubt nach Hause zurück. Ein Jahr lang leistete er Wehrdienst in der ugandischen Armee. Im Frühjahr 1920 zog er nach Nagymaros. Die Familie von Ödön Kovács, einem Afrikaforscher, der 1916 am Blauen Nil gestorben war, nahm ihn bei sich auf. Kittenberger verliebte sich nicht nur in die Landschaft von Nagymaros, sondern auch in Ödön Kovács’ Schwester. Er heiratete sie und ließ sich dauerhaft in Nagymaros nieder. Im Herbst 1920 übernahm er die Redaktion der Jagdzeitung „Nimród“, deren Verleger er 1929 wurde. Kittenberger erhielt den Namen Katona von Dr. Géza Horváth, dem Leiter der zoologischen Sammlung des Museums. Dies geschah ohne Wissen und Zustimmung des Sammlers, einfach weil es damals besonders in Mode war, Namen zu ungarisch zu machen, und Kittenbergers Brüder bereits den Namen Katona trugen. Danach wurde er in seiner Abwesenheit in allen schriftlichen Dokumenten als Kálmán Katona geführt. Kittenberger protestierte mehrmals mündlich gegen dieses willkürliche Vorgehen und erklärte, er trage seine ungarische Identität nicht im Namen, sondern im Herzen. Sein Protest blieb erfolglos. Nach dem Zweiten Weltkrieg schrieb er als Chefredakteur der Zeitung Nimród Artikel über afrikanische Themen. 1948 veröffentlichte er in Hírlap einen Artikel über Ödön Kovács’ wissenschaftliche Forschungen in Afrika. Er überlebte den Brand im Nationalmuseum 1956, bei dem fast alle seine gesammelten Tierpräparate verbrannten. Nach dem Brand verschlechterte sich sein Gesundheitszustand allmählich. Dennoch besaß er noch die Kraft, in den 1960er und 1970er Jahren an der Organisation weiterer Expeditionen mitzuwirken. Er starb 1958 in seinem Haus in Nagymaros und ist auf dem Friedhof Farkasréti in Budapest begraben. In seiner Heimatstadt Léva ist seit 1995 die örtliche Pfadfindergruppe und seit 2001 eine Straße nach ihm benannt.

Inschrift/Symbol:

Kálmán Kittenberger / 10.10.1881. Leva – 4.1.1958. Nagymaros / Afrikaforscher, weltberühmter Naturhistoriker / Zoologe, Präparator, Jäger und Schriftsteller, / Chefredakteur der Jagdzeitung Nimród.

Inventarnummer:

2811

Sammlung:

Werte-Repository

Wertklassifizierung:

Kommunaler Wert im Ausland

Gemeinde:

Léva   (Léva Koháry utca 953/2 - Levice Koháryho 953/2.)