Gedenktafel von Ferenc Kerényi
Statue, Denkmal, Gedenktafel
Ferenc Kerényi absolvierte sein Studium an der Philosophischen Fakultät der ELTE (1963–1968) im Fach Ungarische Geschichte, arbeitete anschließend als Gymnasiallehrer (1968–1976) und danach als Dozent an der ELTE (1970–1990). Nach seiner Promotion (1972) war er Mitarbeiter des Literaturmuseums Petőfi und Leiter der dortigen Kunstsammlung (1976–1982). Anschließend war er wissenschaftlicher Mitarbeiter (1982–1983) und Direktor (1983–1992) des Ungarischen Theaterinstituts. Seit 1992 ist er Mitarbeiter des Instituts für Literaturwissenschaft der Ungarischen Akademie der Wissenschaften, außerordentlicher Professor an der Akademie für Theater- und Filmkunst und Vizepräsident der Ungarischen Gesellschaft für Literaturgeschichte. Sein Forschungsschwerpunkt liegt auf der Literatur des 19. Jahrhunderts sowie der Geschichte des Dramas und der Schauspielkunst des 19. und 20. Jahrhunderts. Innerhalb dieser Gruppe standen Petőfi und Madách ihm am nächsten. Sein Buch „Imre Madách“ (2006) hatte Vorläufer: das Buch „…Ich schrieb ein Gedicht, das Madáchot zitiert“ (1989), die gemeinsam mit Károly Horváth herausgegebenen Ausgewählten Werke von Imre Madách (2005) und vor allem die kritische Edition von „Az ember tragédiája“ (Die Tragödie des Menschen) (2005). Seine kleine Monografie über Madách fasste als erste die Ergebnisse eines halben Jahrhunderts wissenschaftlicher Forschung über den Autor von „Az ember tragédiája“ für die breite Öffentlichkeit zusammen. Dank seiner jahrelangen Forschung und Vorbereitung erstellte er eine umfassende und vollständige Darstellung von Madáchs Leben und Werk. Mit wissenschaftlicher Gründlichkeit, aber stets mit Blick auf die Popularisierung, beleuchtete er die Familiengeschichte, die Pest der Reformation und das öffentliche Leben im damaligen Komitat Nógrád sowie Madáchs Anwesenheit in den Jahren 1843/44 und 1848/49. Die Bratislavaer Nationalversammlung, seine lokale politische Tätigkeit im Unabhängigkeitskrieg von 1848/49… Er würdigte jeden wichtigen Lebensabschnitt, jedes Ereignis und jedes bedeutende Werk seines literarischen Schaffens. In seinem Buch über Madách, wie auch in dem über Petőfi, ging er detailliert auf das Umfeld ein: die Landschaft, Verwandte, Freunde, Bekannte, Gegner und die kleinen, scheinbar unbedeutenden Ereignisse seiner Biografie, die im Kontext dennoch an Bedeutung gewinnen. So erweckte er die Helden seines Buches zum Leben und brachte sie dem Leser näher: ihr Leben, ihre Gedanken- und Gefühlswelt, ihre Werke.“ – László Orosz lobt sein Werk. Kerényi zeigte, dass János Arany das Originalmanuskript kaum verbessert hatte. Sein Werk „Auf der alten ungarischen Bühne“ (1981) untersuchte das ungarische Theater zwischen 1790 und 1849 anhand von Programmebenen und Dramatypen. In seiner Sammlung „Vom Wandertheater zum Nationaltheater“ (1987) veröffentlichte er Briefe zum Thema Theater. „Die Anfänge der ungarischen Theaterkritik (1790–1837)“ (2000) stellt mit 1778 Seiten und 2634 Einträgen einen wichtigen Meilenstein in seinem dreibändigen Werk dar. Er veröffentlichte zwei bedeutende Studien über József Katona, von denen eine neue Erkenntnisse zu den Aufführungen der Bánk vor 1848 lieferte. Somit leistete er einen bedeutenden Beitrag sowohl zur Literatur- als auch zur Theatergeschichte.