Gedenktafel für die von Caraffa hingerichteten Märtyrer

Gedenktafel für die von Caraffa hingerichteten Märtyrer

Statue, Denkmal, Gedenktafel

Der Name Prešov ist untrennbar mit einem der traurigsten Kapitel der ungarischen Geschichte verbunden: dem grausamen Massaker des von General Caraffa 1687 eingesetzten Bluttribunals. Hintergrund dieser Vergeltungsmaßnahme waren die expansionistischen Bestrebungen der Habsburger. Der Sieg im Krieg gegen die Türken schien zwar gewiss, doch in den befreiten Gebieten regte sich der Wunsch nach Unabhängigkeit. Kaiser Leopold I. beauftragte General Antal Caraffa (italienisch: Carafa), einen Spross einer neapolitanischen Familie, mit der Bestrafung der Anhänger Thökölys und der Einschüchterung der Bevölkerung. Caraffa traf im Februar 1687 in Prešov ein. Er schloss die Stadttore, verhängte den Belagerungszustand, und ein sechsmonatiges Blutbad begann. Die Angeklagten waren zumeist reiche, protestantische, angesehene Adlige und Bürger, die unter dem Vorwurf der Kuruc-Verschwörung gefoltert wurden. Das Instrumentarium umfasste ausgewählte Erfindungen der spanischen und italienischen Inquisition sowie eine Reihe erfundener Anschuldigungen durch falsche Zeugen. Die Hinrichtungen begannen am 5. März und wurden auf grausamste Weise vollzogen. Caraffa beobachtete alles vom Balkon des gegenüberliegenden Hauses aus. Den Opfern wurden die rechten Arme abgehackt, dann die Köpfe, und ihre Körper wurden gevierteilt und an Kreuze genagelt. Das vergossene Blut und die verschmierten Überreste ihrer Eingeweide fielen streunenden Hunden zum Opfer. Die anfänglich brutale Praxis wurde später etwas abgemildert, und die Angeklagten wurden einfach enthauptet. Gegen ein Lösegeld durften die Angehörigen die Leichen begraben. Die beispiellose Grausamkeit löste einen nationalen Aufschrei aus. Als im Parlament von Bratislava eines der gegen Lösegeld freigelassenen Opfer Folterspuren an seinem Körper aufwies, sah sich Kaiser Leopold I. gezwungen, die Untersuchung auf Drängen der Abgeordneten einzustellen. Caraffa verließ die Stadt am 16. November, den Opfern wurde Amnestie gewährt und den Waisen ihr Eigentum zurückgegeben. 1751 errichteten die Jesuiten an der Stelle des Schafotts eine Mariensäule, die auch an die Märtyrer erinnern sollte. 1905 wurde auf Initiative von Ede Mayer eine öffentliche Spendenaktion für die Errichtung einer Gedenktafel zu Ehren der Opfer ins Leben gerufen. Nach zweijähriger Spendensammlung wurde Béla Markup mit der Anfertigung eines zwei Meter hohen Steinmonuments beauftragt. Das Relief zeigt den sadistischen General, neben ihm den vermummten Henker. Die Namen der Opfer wurden auf einer Marmortafel darunter eingraviert. Die Errichtung war für 1907 geplant, die feierliche Einweihung fand jedoch erst am 11. Juni 1908 statt, einem Gedenktag, der auch von der Vasárnapi Újság begangen wurde. Im Jahr 1930 wurden bei Restaurierungsarbeiten an der katholischen Kirche in Szinyei die Leichen von vier Märtyrern aus Prešov entdeckt, deren Angehörige während des Massakers dort heimlich Zuflucht gesucht hatten. Die sterblichen Überreste der Märtyrer András Keczer, György Radvánszky, János Bertók und György Palásthy wurden am 12. November 1930 in einem feierlichen Rahmen in der lutherischen Kirche von Prešov beigesetzt. Papst Johannes Paul II. besuchte Prešov während seiner Reise in die Slowakei im Jahr 1995 und verneigte sich am 2. Juli vor dem Denkmal für die Opfer. Diese symbolische Geste kann als Entschuldigung der katholischen Kirche verstanden werden.

Inschrift/Symbol:

LERNEN SIE VON UNS, GOTT ANBETEN UND IHR LAND ZU LIEBEN!/ OPFER DES EPERJES-BLUTTRIBUNULS VON 1687 VON CARAFA:/ Zsigmond Zimmermann, Gáspár Rauscher, Ferencz Baranyay, András Keczer, Gábor Keczer, Márton Sárosy, György Schönleben, Sámuel Medveczky, Dávid Feja, András Székely, György Kováts, János Bertók, Gábor Palásthy, György Radvánszky, Simon Feldmayér, Frigyes Weber, György Bezegh, Dániel Weber, Fazekas, Lányi und 4 Unbekannte, insgesamt 24./ UM DIE ERINNERUNG AN DIE BLUTMÄRTYRER VON EPERJES ZU VERWAHREN / ERWACHSEN AUS EINER ÖFFENTLICHEN SPENDE VON DER EPERJES EVANG: COLLEGIUM 1908.

Inventarnummer:

1467

Sammlung:

Werte-Repository

Wertklassifizierung:

Kommunaler Wert im Ausland

Gemeinde:

Eperjes   (Vértanúk tere 137. - Hlavná 137.)