Gedenktafel für den Maler Gyula Rudnay

Gedenktafel für den Maler Gyula Rudnay

Statue, Denkmal, Gedenktafel

János Gyula Rudnay (Pelsőc, 9. Januar 1878 – Budapest, 4. Januar 1957) war ein ungarischer Maler, Grafiker, Industriedesigner, Hochschullehrer sowie Gründer und Leiter der Künstlerkolonie Baja California. Er zählte zu den bedeutendsten Vertretern der Schule der Großen Tiefebene, die den Realismus Mihály Munkácsys und den Pleinair-Stil der Nagybánya-Schule mit postimpressionistischen Elementen verband. Er gilt als einer der wichtigsten Vertreter des Post-Nagybánya-Stils. Sein Vater, ebenfalls János Rudnay, war Gubacsapó (Schlittenfahrer), seine Mutter hieß Zsuzsanna Gettler. Von 1893 bis 1894 studierte er an der Kunstgewerbeschule in Budapest und anschließend von 1895 bis 1902 an der freien Schule von Simon Hollósy in München. Seine Sommer verbrachte er in der Künstlerkolonie Nagybánya. Er reiste nach Rom und Paris. Sein Ziel war die Wiederbelebung der ungarischen Kunsttradition. Daher lebte und arbeitete er in den 1900er Jahren in Hódmezővásárhely. 1910 zog er mit seinem Freund, dem Bildhauer János Pásztor, nach Pest, wo sie ihre Werke der Öffentlichkeit präsentierten. Seinen ersten Erfolg feierte er 1918 mit einer Ausstellung. Auch im Ausland erlangte er große Anerkennung. 1924 gewann er in Wien eine Goldmedaille, und 1925 waren seine Gemälde in Italien, der Schweiz und London erfolgreich. 1934 wurde ihm die Große Goldmedaille der Hauptstadt und 1942 die Große Goldmedaille des Staates verliehen. Ab 1922 lehrte er an der Budapester Kunstakademie. „In meinen Landschaftsbildern wollte ich die Atmosphäre der ungarischen Vergangenheit heraufbeschwören“, schrieb er. In seinen Gemälden finden sich auch Einflüsse von Rugendas’ Kuruckori-Bildern und Anklänge an Goya. Schmerzliche Nostalgie spielt eine große Rolle in seinem Werk. Er blickt zurück auf vergangene Epochen, die auch den Schmerz des nach Trianon zerrissenen Landes umfassten. Mit fundiertem malerischem Wissen, stimmungsvoller Fantasie und der einzigartigen Anziehungskraft seiner Bilder gelang es ihm, dieses Gefühl zu formen. Er wurde als „Künstler von gestern“ bezeichnet, doch wie das literarische Beispiel Gyula Krúdy zeigt, kann auch diese Inspiration wertvolle Werke hervorbringen. Im galoppierenden, aufsteigenden und verschwindenden Strom der modernen Ismen bilden seine Bilder eine beständige, solide und anziehende Insel. Als Lehrer genoss er bei seinen Schülern hohes Ansehen und große Zuneigung. Sie schätzten seine ehrliche und unkomplizierte Art, die er in seinem Selbstporträt mit unprätentiöser Natürlichkeit darstellte. 1947 gründete er die Künstlerkolonie Baja California.

Inschrift/Symbol:

Gyula Rudnay / 1878–1957 / Maler / Zum Gedenken an den großen gebürtigen Pelsőcer / Einwohner von Pelsőc / September 1993 / Bildhauerakademie D. Köves

Inventarnummer:

3185

Sammlung:

Werte-Repository

Wertklassifizierung:

Kommunaler Wert im Ausland

Gemeinde:

Pelsőc   (a kultúrház falán található)