Geburtsort von Philip Lenard

Geburtsort von Philip Lenard

Gebäude, Struktur

Fülöp Lénárd (deutsch: Philipp Eduard Anton (von) Lenard) (Bratislava, 7. Juni 1862 – Messelhausen, 20. Mai 1947) war ein österreichisch-ungarischer Physiker, Universitätsprofessor, Mitglied der Ungarischen Akademie der Wissenschaften und einer der bedeutendsten Experimentalphysiker seiner Zeit. Er war der erste in Ungarn geborene und der einzige Nobelpreisträger, der in Bratislava geboren wurde. Geboren wurde er 1862 in der Kisfaludy-Károly-Straße 69 (heute Kecske-Straße 24–26). Seine Grund- und Sekundarschulbildung absolvierte er in Bratislava. Obwohl seine Familie Deutsch sprach, besuchte er eine ungarische Schule und erhielt eine ungarische Ausbildung. Sein Physiklehrer war Virgil Klatt, der später sein Kollege wurde. Sein Vater war Weinhändler, und seinem Wunsch entsprechend studierte er Weinchemie in Wien. Da dies jedoch nicht seine Welt war, studierte er Chemie in Budapest bei Károly Than. Er studierte außerdem Mathematik in Heidelberg und Berlin. Er promovierte 1886 an der Universität Heidelberg. Mit der Erlaubnis von Loránd Eötvös arbeitete er auch kurze Zeit an der Budapester Universität für Naturwissenschaften. Hauptsächlich forschte er in Deutschland zu den Eigenschaften von Kathodenstrahlen. Es gelang ihm, die Kathodenstrahlen (Elektronen) aus einer mit stark verdünntem Gas gefüllten Entladungsröhre durch eine dünne Metallfolie zu leiten – diese Öffnung wurde zum sogenannten „Lénárd-Fenster“. Ein gravierendes Problem bestand darin, dass man damals annahm, 1) Atome seien undurchdringlich und 2) die Atome von Metallen lägen dicht aneinander, sodass die Elektronen im Metall absorbiert werden müssten. Lénárd schlussfolgerte, dass nur ein sehr kleiner Bereich innerhalb der Atome undurchdringlich sei. Er stellte sich diese Bereiche als intensive Kraftfelder vor und nannte sie „Dynamide“. Dieses Modell galt bis zur Entwicklung des Atommodells von J. J. Thomson als gültig. Seine Erklärung des photoelektrischen Effekts ist heute allgemein anerkannt. Für diese und seine auf Kathodenstrahlenexperimenten basierenden Atommodelle erhielt er 1905 den Nobelpreis für Physik. Bis zu seinem Tod pflegte er Kontakte zur Ungarischen Akademie der Wissenschaften. Er veröffentlichte etwa hundert wissenschaftliche Artikel und schrieb zwei Bücher. Als Vertreter des Gegensatzes zwischen Arier und Kosmopolit wurde er in seinen späteren Jahren zu einem aktiven Unterstützer des nationalsozialistischen Systems. Als führende Figur der sogenannten „Deutschen Physik“ trug er dazu bei, die Ergebnisse Albert Einsteins zu diskreditieren. Lénárd war überzeugt, von Scharlatanen umgeben zu sein, die ihm seinen Ruhm gestohlen hatten, und von jüdischen Verschwörern, die die authentische Wissenschaft durch abstrakte und obskure Mathematik ersetzen wollten. Daher war er ein natürlicher Verbündeter der aufstrebenden Nationalsozialistischen Partei Deutschlands. Unter Hitler wurde er zur führenden Figur der „arischen Physik“ und verfasste sein vierbändiges Werk „Deutsche Physik“, in dem er die Relativitätstheorie als jüdischen Betrug und Wilhelm Conrad Röntgen als Begründer der „jüdischen Physik“ anprangerte. Dies klang bizarr und lächerlich, zumal Röntgen selbst nicht jüdisch war. Lénárd hatte den Anschluss an die neue Richtung, die die Physik im 20. Jahrhundert einschlug, verloren und war nun lediglich ein Sprachrohr der nationalsozialistischen Propagandamaschine. Er verbrachte seine letzten Jahre in bitterer Isolation; seine eigenen großen Leistungen, für die er Anerkennung und den Nobelpreis erhalten hatte, gerieten fast in Vergessenheit. Seine Hauptwerke: „Über das Verhalten von Kathodenstrahlen“ (Budapest, 1899). Über Kathodenstrahlen (Nobel-Vorlesung, Leipzig, 1906); Über Relativitätsprinzip, Äther, Gravitation (Leipzig, 1918); Quantitatives über Kathodenstrahlen (Heidelberg, 1925)

Inventarnummer:

3056

Sammlung:

Werte-Repository

Wertklassifizierung:

Kommunaler Wert im Ausland

Gemeinde:

Pozsony - Óváros   (Kisfaludy Károly utca 69. Ma Kecske utca 24-26. - Kozia ulica 24-26.)