Ignatius Born, Ritter
Sonstige - andere
* Gyulafehérvár, 26. Dezember 1742 – † Wien, 24. Juli 1791 / Mineraloge, Geologe, politischer Schriftsteller, Hofrat; Er schloss seine Schulausbildung in Sibiu ab und studierte ab 1755 in Wien. 1759 trat er dem Jesuitenorden bei, verließ ihn jedoch nach einem Jahr und studierte Rechtswissenschaften in Prag. Anschließend unternahm er eine Reise durch Westeuropa (Deutschland, die Niederlande, Frankreich, Spanien), um seine Kenntnisse in Naturwissenschaften, Metallurgie und Bergbau zu vertiefen. Nach seiner Rückkehr nach Prag widmete er sich den Naturwissenschaften und dem Bergbau. 1769 wurde er zum Bergrat von Niederungarn für Selmecbánya ernannt. 1770 wurde er Richter am Prager Münz- und Bergamt und bereiste Ungarn und Siebenbürgen, wo er Bergwerke und Mineralvorkommen besuchte. In Felsőbánya erlitt er in einem der Bergwerke eine Gasvergiftung, die später durch eine Bleivergiftung in Wien noch verschlimmert wurde. Die Folgen begleiteten ihn sein ganzes Leben. Ab 1772 war er als Bergrat in Prag tätig und widmete sich in seiner Freizeit seiner Mineraliensammlung und seinem Herbarium. Ab 1779 war er Richter am Wiener Berggericht. Später unternahm er mehrere Forschungsreisen durch das Land und veröffentlichte seine Ergebnisse in Deutsch, Englisch und Französisch. 1776 beauftragte ihn Maria Theresia mit der Organisation der kaiserlichen naturhistorischen Sammlung in Wien. Auf seine Initiative hin fand 1786 in Szklenófürdő bei Selmecbánya der erste internationale Geologen- und Bergbaukongress statt. Aufgrund seiner Verdienste wurde er zum Mitglied mehrerer ausländischer Akademien (St. Petersburg, Göttingen) gewählt. In der Metallurgie tat er sich vor allem durch die Perfektionierung der Verarbeitung von Gold- und Silbererzen mit Quecksilber hervor: Sintern und Amalgamieren. Als Chemiker wandte er sich gegen die Alchemie. Er setzte sich auch für die Verbreitung naturwissenschaftlicher Erkenntnisse ein und forderte eine umfassendere Schulbildung. Er war Herausgeber und Mitarbeiter mehrerer Zeitschriften und gründete 1783 die „Physikalischen Arbeiten der eintragenden Freunde in Wien“. In dieser Zeitschrift diskutierten der Bergbauingenieur Ferenc József Müller (1742–1825) und Antal Ruprecht (Szomolnok) über ein neues Mineral, in dem Müller Tellur entdeckte, es aber nicht als bis dahin unbekanntes Element erkannte. Born interessierte sich auch für soziale Fragen und kritisierte in einem seiner Werke die Mönchsorden. Neben seinen wissenschaftlichen Tätigkeiten engagierte er sich aktiv im intellektuellen öffentlichen Leben Wiens und wurde Mitglied der Freimaurerei. 1770 wurde er in die Prager Loge „Drei gekrönte Säulen“ aufgenommen. Unter dem Namen Furius Camillus war er außerdem Mitglied und einer der Anführer der Illuminaten. Während der Herrschaft Josephs II. wurde er 1782 Leiter der Freimaurerloge „Die Wahre Einheit“. Vermutlich lernte er als Freimaurer Wolfgang Amadeus Mozart kennen, den Komponisten der Zauberflöte. In seiner Oper nahm er Ignác Born als Sarastro zum Vorbild. Seine Hauptwerke: ; Briefe über mineralogische Gegenstände, 1774; Über das Anquicken der gold- und silberhältingen Erze, Rohsteine, Schwarzkupfer und Hüttenspeise, 1786; Métallurgie ou l’amalgamation des minerals, méthode extraire par le mercure, 1787.