Gasthaus „Zum Schwarzen Adler“
Gebäude, Struktur
Das zweistöckige Gasthaus, erbaut auf mittelalterlichen Fundamenten – an der Stelle zweier älterer mittelalterlicher Häuser –, erhielt 1782 seine heutige, reich verzierte, klassizistische Form im Stil des Spätbarock. Es wurde nach dem schwarzen Adler benannt, der im Wappen der Habsburger zu sehen ist und auch das Siegel des Hauses ziert. Es galt als repräsentative Unterkunft der Stadt, weshalb Kaiser Joseph II. hier 1783 abstieg. Das Haus gelangte Ende des 18. Jahrhunderts in den Besitz von Ferenc Kazinczys Schwiegervater, Lajos Török. Es ist daher kein Zufall, dass Ferenc Kazinczy selbst nach seiner Ankunft in Košice zunächst hier wohnte. Der Slowakisch-Ungarische Sozial- und Kulturverein Csemadok brachte 1994 seine Gedenktafel an der Gebäudewand an. Das Werk des Bildhauers György Bartusz aus Košice trägt die Inschrift in Slowakisch und Ungarisch: „Der Dichter und Sprachwissenschaftler Ferenc Kazinczy (1759–1831) lebte und wirkte hier.“ 1845 unterbrach Sándor Petőfi seine Reise von Budapest, um seinen Freund, den Dichter Frigyes Kerényi aus Prešov, zu besuchen, und übernachtete in Košice im Gasthaus „Fekete Sas“. Nach der Niederschlagung des Ungarischen Unabhängigkeitskrieges 1848/49 beschlagnahmte die kaiserliche Polizei das Gebäude und richtete darin ein Gefängnis ein. Der Dichter und calvinistische Pfarrer Mihály Tompa wurde 1852/53 aufgrund seiner Gedichte zweimal hier inhaftiert. Bis 1927 war hier die Stadtpolizei stationiert, anschließend diente das Gebäude bis 1945 als Suppenküche. Der hintere Teil des Hauses, der zum Hof hin ausgerichtet ist, entspricht einem typischen Košiceer Hinterhof: ein langer, schmaler, offener Flur mit einem ebenso langen, schmalen Innenhof, dessen Ende zur nächsten Straße hin mündet. Seit 1992 befindet sich das Amt für Denkmalschutz des Bezirks in den oberen Stockwerken des Gebäudes. Im Hofbereich sind das Restaurant Fekete Sas, einige kleinere Geschäfte und ein Friseursalon untergebracht.