Gábor Farkas, Metallgießerei

Gábor Farkas, Metallgießerei

Sonstige - andere

Es ist ein seltenes und herzerwärmendes Gefühl, wenn wir von Menschen hören oder lesen, die versuchen, den alten, traditionellen Charakter ihres Handwerks zu bewahren, zu pflegen und weiterzugeben. Borzova, auch bekannt als Szádvárborsa (slowakisch: Silická Brezová), ist ein kleines Dorf im Bezirk Rožňava des Landkreises Košice. Gábor Farkas, ein Metallgießer, lebt und arbeitet hier. Er erlernte sein Handwerk in den dortigen Gießereien. Sein größter Helfer und Ratgeber war sein Vater, der die Werkstatt leitete. Tatsächlich wählte er den Beruf nicht selbst, sondern der Beruf wählte ihn. Als er die Hochschule verließ, sagte sein Vater: „Wenn du nicht studieren willst, mein Sohn, dann komm in meine Gießerei und arbeite dort, wo du lernst, was Arbeit ist.“ Da er einen Job brauchte, hatte er keinen akademischen Grad. Anfangs half er den erfahrenen Gießern. Seinen Angaben zufolge war es nicht einfach, aber nach etwa einem Jahr bekam er seinen eigenen „Platz“, wie die Gießereiwerkstatt dort genannt wurde, und begann selbstständig zu arbeiten. In Kuntapolca wurde Grauguss gegossen, und nach einigen Jahren fertigte er Stahlgussteile in einer tschechischen Gießerei. Mit der dort gesammelten Erfahrung begann er zusammen mit seinem Vater in der von ihm eingerichteten Heimwerkstatt Bronzeteile für die umliegenden Fabriken herzustellen. Später kamen Gartenmöbel aus Aluminium und eine Vielzahl von Messinggussteilen hinzu – Fußstützen, Hirtenstäbe, Glocken, die feinere Handarbeit erforderten und an denen er bis heute gerne arbeitet. Er hat kleine Oldtimerteile, Glocken, Gartenmöbel, aber auch Skulpturen mit einem Gewicht von mehreren hundert Kilo gegossen. Er kann alles aus Aluminium, Bronze oder Messing gießen. Die kleine Glocke wird genauso hergestellt wie jedes andere Gussteil. Zuerst wird ein sogenanntes Modell benötigt, eine exakte Kopie der herzustellenden Glocke. Daraus wird eine Sandform hergestellt, sodass der Abdruck des Musters – das Negativ der Glocke – im Sand erhalten bleibt. Das geschmolzene Metall – im Falle einer Glocke eine Kupfer-Zinn-Legierung – wird auf die erforderliche Temperatur erhitzt und anschließend in die so entstandene Sandform gegossen. Wir hoffen, dass noch viele weitere schöne Objekte durch seine Hände entstehen werden und dass dieses fast vergessene Handwerk für die Nachwelt erhalten bleibt.

Inventarnummer:

13778

Sammlung:

Werte-Repository

Gemeinde:

Szádvárborsa, Borzova