Gabor Baross
Sonstige - andere
* Barossháza, 6. Juli 1848 – † Budapest, 9. Mai 1892 / Politiker, Verkehrs- und Handelsminister; Er absolvierte seine Schulausbildung in Léván und Esztergom und sein Jurastudium in Budapest. Schon in jungen Jahren war er eine sehr energische und zielstrebige Persönlichkeit des öffentlichen Lebens. Er wurde Komitatsbeamter in Trenčín. Dort gründete und redigierte er eine Zeitung in Ungarisch, Deutsch und teilweise Slowakisch. Darin kritisierte er mutig, insbesondere administrative Missstände. Ab 1875 unterstützte er als Vertreter der Liberalen Partei Kálmán Tisza. Ab 1883 war er Staatssekretär für Verkehr, vom 29. Dezember 1886 bis zum 15. Juni 1889 Minister für öffentliche Arbeiten und Verkehr und anschließend bis zum 8. Mai 1892 Handelsminister. Als Abgeordneter setzte er sich mit großem Engagement für die Förderung des öffentlichen Bildungswesens, der Wirtschaft und des Verkehrswesens ein, und als Minister verfolgte er seine ambitionierten Pläne mit Entschlossenheit und Konsequenz. Stolz trug er den Beinamen „Eiserner Minister“, wie er in der Presse oft genannt wurde. Gábor Baross reformierte das Eisenbahntarifsystem, initiierte den Bau des Vaskapu-Kanals an der Donau, begann auf seine Initiative hin den Bau des Adriahafens Fiume, schuf eine Telefonverbindung zwischen Budapest und Wien und gründete die Postsparkasse. Er betrachtete den Aufbau der Verkehrs- und IT-Infrastruktur des Landes, die Ansiedlung neuer Fabriken und Wirtschaftsunternehmen sowie die Ausbildung der benötigten Fachkräfte als wichtige Aufgabe. Die Gründung von über 50 Schulen geht auf seine Aktivitäten zurück. Er gründete die Postsparkasse, fusionierte Post und Telegrafenamt, führte die ungarische statt der deutschen Sprache für die Korrespondenz bei den Staatsbahnen ein und machte Ungarischkenntnisse für Bahnbeamte zur Pflicht. Er legte großen Wert auf die Förderung heimischer Produkte und gründete zu diesem Zweck das Handelsmuseum, das zunächst als eine Art Musterlager diente. Oftmals überwachte er persönlich die nach seinen Ideen begonnenen Arbeiten. Während einer dieser Reisen erkältete er sich am Eisernen Tor und nahm seinen Zustand nicht ernst, bis die Krankheit ihn schließlich befiel und die Ärzte ihm nicht mehr helfen konnten. Er wurde in einem vom ungarischen Staat errichteten Mausoleum nahe seines Geburtsortes Klobusic bei Illava beigesetzt.