Friedhofskreuz (Jedermannskreuz)
Sakrales kleines Denkmal
Das gesamte kleine Denkmal besteht aus rosafarbenem Süttő-Marmor und befindet sich derzeit links neben der St.-Rosalia-Kapelle. Es wurde an seinen jetzigen Standort versetzt, als der Friedhof in einen Park umgewandelt wurde. Sein Sockel besteht aus zwei Teilen. In der Mitte des oberen, säulenartigen Teils befindet sich eine mit Silberfarbe eingravierte Inschrift mit der Jahreszahl 1892. Das Inschriftenfeld ist tafelförmig gestaltet, dunkler und wirkt, als sei es im Laufe der Zeit mehrmals übermalt worden. Es ist mit Silberfarbe umrandet. Nach oben hin verbreitert sich der Sockel wie ein Gesims. Das Kreuz hat einen bogenförmigen Schaft, auf dem ein dunkel bemalter, aber im Laufe der Zeit abgenutzter und rostiger Gusseisenkorpus ruht. Der untere Teil des senkrechten Kreuzschafts ist breiter; darin befindet sich eine 53 cm hohe und 14 cm tiefe Statuennische. Der obere Teil des Kreuzschafts trägt die zweizeilige Inschrift I. N. R. I. in Form einer stilisierten Flagge. ; Details zum Kruzifix: ; Maße des Sockels: 110 cm x 124 cm x 12 cm; Maße des unteren Teils des Sockels: 100 cm x 77 cm x 32 cm; Maße des oberen Teils des Sockels: 59 cm x 51 cm x 138 cm; Maße des Inschriftenfelds: 30,5 cm x 18 cm; Höhe des Kreuzes: 200 cm; Breite des Kreuzes: ca. 90 cm; Höhe des Korpus: 100 cm; Ausrichtung: Nordosten; Eine meiner Informantinnen erzählte mir über das Kruzifix: „Es war ein Kreuz, an dem jeder, der verstorbene Verwandte oder ausgestorbene Familienmitglieder hatte, eine Kerze anzünden konnte. Jeder hatte ein Kreuz. Ich weiß nicht, ob das an dritter Stelle steht.“ Mein Informant erinnert sich, dass an den Tagen des Kreuzwegs (etwa bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs) die Schüler der damaligen katholischen Schule unter der Leitung des Kantors an diesem Kruzifix beteten (2). Mein Informant erklärte den Sinn dieser Tage folgendermaßen: „Es war Aschermittwoch, Christi Himmelfahrt, und es symbolisierte die Gebete und Wünsche der Menschen. Wir alle beteten so, damit das kleine Jesuskind es zu Gott brächte. Es war ein Tag der Bitte.“ (2) Auf der Karte aus der Zeit der Dritten Militärvermessung sind zwei große Kreuze eingezeichnet. Keines der beiden Kreuze kann jedoch das gemeinte sein, da die Karte die Verhältnisse zwischen 1869 und 1887 darstellt, das Kreuz aber erst 1892 errichtet wurde. Es ist denkbar, dass in der Zwischenzeit eines der großen Kreuze auf dem Friedhof beschädigt und reparaturbedürftig wurde und dieses Marmorkreuz an dessen Stelle aufgestellt wurde. Weitere Nachforschungen sind jedoch nötig, um dies zu klären. Am Allerheiligentag stellen die Gläubigen zahlreiche Kerzen und Teelichter an den Fuß des Kreuzes und Blumensträuße davor.