Freiwillige Feuerwehrleute 1943–1944

Freiwillige Feuerwehrleute 1943–1944

Feuerwehrorganisation

Ich erinnere mich, dass ich sechs oder sieben Jahre alt war. Damals genoss die Feuerwehr hohes Ansehen. Ihre Arbeit war vielfältig, denn die Häuser im Dorf hatten Strohdächer, und die Funken der Holzöfen sprühten schnell und entzündeten die Dächer leicht. Damals löschten die Feuerwehrleute die Brände noch von Hand. Sie holten Wasser aus dem Brunnen, füllten es in Kanister und trugen es dann von Hand zum Brandherd. Wenn das Dach Feuer fing, stiegen die Feuerwehrleute auf das Dach und den Dachboden und reichten die Kanister mit einer Leiter hinauf, um alles zu retten, was zu retten war. Damals lagerten die Leute viele Dinge auf dem Dachboden. Der Vorteil des strohgedeckten Dachbodens war die kühle, trockene Luft. So lagerten sie dort geräucherte Wurst, Schinken, Speck und Schmalz. Die Lebensmittel verdarben nicht, sie trockneten nur aus, und die Dunkelheit des Dachbodens schützte sie sogar vor Fliegen und Insekten.
Mein Vater war auch Feuerwehrmann, der Älteste hieß Gyula Beke. Er war der Trompeter der Feuerwehr. Jeden Sonntagmorgen um 7 Uhr ritt er mit seinem Pferd durch die Straßen und blies das Signalhorn, um die Feuerwehrleute zum Einsatz zu rufen. Er rief sie zum Üben vor der Feuerwache oder im Hof von Levente, neben dem Kloster. Bei einem Brand im Dorf schlug er ebenfalls Alarm, woraufhin die Dorfbewohner mit Kanistern herbeieilten, um das Feuer so schnell wie möglich zu löschen. Oftmals brannten Häuser oder die angrenzenden Scheunen, und auch Nebengebäude gingen in Flammen auf.

Während der sommerlichen Erntezeit hatten die Feuerwehrleute eine wichtige Aufgabe. Sie leisteten regelmäßig Tag- und Nachtdienst – tagsüber die jungen Leute, nachts die Männer –, um im Brandfall schnell und effizient reagieren zu können.

Im Frühjahr, wenn das gute Wetter kam, stand ein gründlicher Hausputz an. Auch dann waren die Feuerwehrleute im Dienst. Ihre Aufgabe war es, von Haus zu Haus zu gehen und nach dem Rechten zu sehen. Zwei von ihnen führten die Inspektion durch. Einer von ihnen überprüfte den Dachboden, der andere den Hof, um nach brennbaren Materialien zu suchen, die einen Brand verursachen könnten. Sie untersuchten auch den Zustand der Schornsteine. Falls sie einen Mangel feststellten, forderten sie den Besitzer auf, diesen zu beheben.

Auch im Winter waren die Feuerwehrleute nicht untätig. Sie trafen sich regelmäßig im Leventeothon, das später zum Kino umgebaut wurde, und probten Theaterstücke, die sie den Dorfbewohnern vorführten. Die Aufführung von „Sári bíró“ ist mir besonders in Erinnerung geblieben. Im August, am Abschiedstag, fand traditionell ein Feuerwehrball statt, und im Mai wurde ein Maifest gefeiert, bei dem die Jugendlichen mit Kuchenessen, Sackhüpfen und anderen Spielen unterhalten wurden.

Die harte Arbeit der Feuerwehrleute wurde leichter, als sie ein Löschfahrzeug und Schläuche erhielten. Im Brandfall wurde das Löschfahrzeug in den Brunnen hinabgelassen, der Wasser in die Schläuche saugte, sodass es auf das Feuer gesprüht werden konnte. Falls ein Kanal in der Nähe war, löschten sie das Feuer von dort aus. Die Maschine wurde von dem betagten Schmied und Mechaniker Lajos Vida bedient. Feuerwehrchef war Onkel Béla Keserű, der für seine Verdienste bei der Feuerwehr zahlreiche Auszeichnungen erhielt.

Nach Onkel Béla wurde der junge Schmied Lajos Vida später Kommandant. Inzwischen war die Zahl der freiwilligen Feuerwehrleute gestiegen, und viele von ihnen traten dem Vorstand bei. Die Feuerwehrleute erhielten ein Löschfahrzeug, was ihre Arbeit deutlich erleichterte. Feuerwehrchef Lajos Vida kümmerte sich um die jüngeren Feuerwehrleute, und die Kinder im Schulalter lernten den theoretischen Teil der Brandbekämpfung in der Schule. Der praktische Teil wurde von den älteren Feuerwehrleuten im Burghof – damals eine Schule – unterrichtet. Die Jugendmannschaften – getrennte Mädchen- und Jungenteams – nahmen jedes Jahr am Bezirksfeuerwehrwettbewerb teil und erzielten dort stets gute Ergebnisse. Die Mädchen brachten mehrfach den ersten Preis mit nach Hause und gewannen sogar einen nationalen Wettbewerb.


Der junge Lajos Vida erhielt für seinen unermüdlichen Einsatz und sein Engagement bei der Freiwilligen Feuerwehr eine hohe staatliche Auszeichnung. Er betrachtete die Brandbekämpfung stets als eine ernste Aufgabe, die er mit großer Leidenschaft ausübte, insbesondere für die Jugendlichen, denen er diese Arbeit mit Leben füllte.

Leider sind diese Vorbilder heute nicht mehr unter uns. Das Feuerwehrhaus stand leer und verfiel im Laufe der Jahre. Dieser Prozess dauerte bis 2015 an. Lehrerin Vida Aranka sah es als große Aufgabe an, das Andenken an ihren Vater, den verstorbenen Feuerwehrchef Lajos Vida, zu bewahren und begann daher mit der Renovierung des Feuerwehrhauses. Das Gebäude wurde von Grund auf saniert. Es besteht die Zusage, dass ein neues Feuerwehrfahrzeug angeschafft wird. Vida Aranka setzt sich außerdem für die Gründung einer neuen Feuerwehr ein.

Es wäre wichtig, dass die Jugendlichen des Dorfes ihren Platz in dieser Freiwilligen Feuerwehr finden und dort mit großem Engagement ihren Dienst verrichten.

Auf geht's! Wir wünschen dem jungen Team viel Erfolg!

Geschrieben von: Vida Sándorné Eszter Beke (1937)

Juli 2016

Quelle: Amália Nagy

Sammlung:

Werte-Repository

Typ:

Feuerwehrverband

Gemeinde:

Csicsó