Franziskanerkirche und -kloster St. Anna, Rožňava
Gebäude, Struktur
Die Ansiedlung der Franziskanermönche wurde durch das Testament des Stadtrats Johannes Petz (auch Pecz genannt) und seiner Frau Mária Dorothea Ethesin ermöglicht. Demnach gingen ihr Haus, drei Weinberge und eine dritte Mühle in Rozsnyó in den Besitz der Mönche über. In seinem Dokument vom 16. April 1733 bestätigte der Erzbischof von Esztergom, Imre Eszterházy, die Gründung. Am 19. August desselben Jahres genehmigte König Karl III. den Bau des Klosters. Die St.-Anna-Kirche, das ehemalige Franziskanerkloster, wurde am 30. Juni 1745 gegründet. Der Turm an der Hauptfassade der Kirche, der sich an der Nordwand des Platzes befindet, hat eine nahezu Nord-Süd-Achse, ein einschiffiges Gebäude mit Satteldach und wurde 1782 errichtet. Das bereits bestehende Kloster und die Kapelle im Barockstil wurden bei einem Brand im Jahr 1784 schwer beschädigt. Die Kirche wurde renoviert und am 5. November 1826 den Gläubigen übergeben. Sie brannte mehrmals nieder und wurde bis 1906 mehrfach renoviert. Im Zuge dieser Renovierungen erhielt sie die klassizistischen Details ihrer Fassade. Zu dieser Zeit wurde an der Ostfassade eine kleine Kapelle im Neorenokokostil („Das Grab des Herrn“) angebaut. Die Kirche beherbergt Wandmalereien von Gyula Ádám, einem Maler aus Rozsnyó, die zwischen 1897 und 1918 entstanden. Der Hauptaltar wurde 1905 von F. Boger und Gyula Ádám geschaffen, die Orgel stammt aus Salgótarján, die Statuen und Altardekorationen aus Tirol und die barocke Kanzel aus Košice vom Ende des 18. Jahrhunderts. Die drei Glocken des Turms wurden 1892 in Budapest von dem Glockengießer Ferenc Valtzer gegossen. Das Auge des Herrn – das, einem frommen Sprichwort zufolge, alles sieht – wurde auf den oberen Teil der Fassade gemalt. Das Kloster mit seinen dicken Mauern und den hellen Fluren im Erdgeschoss und Obergeschoss strahlt den heiteren Geist der Franziskaner aus. In den Gängen des Klosters wird man immer wieder dazu verleitet, vor einem Gemälde innezuhalten, das zwar keinen hohen künstlerischen Wert besitzt, aber dennoch in seiner Schlichtheit reizvoll und fesselnd ist. Die meisten gelangten um die Wende zum 19. Jahrhundert mit Hilfe von Pater Sebaldus, dem Abt von Košice, ins Kloster. Leider kennen wir die Künstler nicht; vermutlich waren es fromme Mönche, die, ihren mittelalterlichen Vorgängern entsprechend, höchstens eine Bitte oder ein Gebet als Anerkennung für ihre Arbeit verlangten. Diese Bilder sind weniger wegen ihres künstlerischen Wertes wertvoll, sondern weil sie die Ehrfurcht einer vergangenen Zeit ausstrahlen.