Franziskanerkirche und Kloster

Franziskanerkirche und Kloster

Gebäude, Struktur

Die Franziskanerkirche und das Kloster wurden zwischen 1626 und 1631 erbaut. Über dem Eingang ist noch heute die Inschrift „PAX INTRANTIBUS“ zu lesen, was so viel bedeutet wie „Friede sei mit dem, der eintritt“. Der franziskanische Gruß „PAX ET BONUM“ (Segen und Frieden) spiegelt sich in dieser Inschrift wider. Noch heute heißen sie alle wohlmeinenden Besucher willkommen. Die Kirche wurde am 24. Mai 1631 von Péter Pázmány geweiht. Wahrscheinlich handelte es sich damals um eine einfache, niedrige Kirche mit Schindeldach. Auch das Kloster war damals deutlich kleiner als heute. Ab 1663 lebten türkische Offiziere im Kloster, und die Kirche diente als Lager. Der Kirchturm wurde in dieser Zeit zu einem Minarett umgebaut. Nach 1685 wurden Kirche und Kloster von Péter Sorman, dem General der Franziskaner in Mailand, renoviert und neu geweiht. Während des Rákóczi-Krieges lebte Bercsényi im Kloster, was durch eine Gedenktafel an der Außenwand des Klosters in Höhe des ersten Stockwerks belegt wird. Bercsényi erweiterte das Kloster im ursprünglichen Stil. Ende des 19. Jahrhunderts wurde das Gebäude nach den Plänen des Architekten Bálinth erneut renoviert. Die Klosterbibliothek beherbergte mehrere ungarischsprachige Denkmäler, den tschechischen Kodex, den Érsekújvári-Kodex, den thewrewkischen (türkischen) Kodex und die sogenannte Piry-hártya. Mit der Erlaubnis von König Ferdinand wurde am 2. Oktober 1842 eine Mittelschule gegründet, deren Lehrer lange Zeit die Mönche waren. Der Überlieferung nach formulierte Mihály Vörösmarty selbst das Schulmotto: „Aus dem Opfer der gemeinwohlorientierten Bourgeoisie stehe ich für die bessere Bildung der Jugend.“ Im 20. Jahrhundert wurde das Kloster durch Kriege mehrfach schwer beschädigt. Die barocke Dekoration und die Inschriften aus der Barockzeit fielen ihnen zum Opfer und gingen verloren. 1950 wurden die Franziskaner aus dem Kloster vertrieben, die Ausstattung entfernt und zerstört, und die alte Bibliothek wurde beschlagnahmt. Die umfassende Sanierung und archäologische Ausgrabung des Klosters begann 1978. Im Zuge der Ausgrabungen wurde das ursprüngliche Tor entdeckt, durch das Kutschen in den Hof fuhren, sowie die Krypta unter der Kirche, in der die Stadtbeamten und die Klosterbewohner bestattet waren. Die Verstorbenen wurden in die Krypta auf dem St.-Josephs-Friedhof überführt oder auf dem Kalvarienberg beigesetzt. Auch die Korridore und der rechteckige Innenhof, das Quadrum, wurden restauriert. Unter dem Kloster befinden sich Kellergänge, die vermutlich mit dem Tunnelsystem der Burg verbunden sind. Das Kloster beherbergte zeitweise auch ein Museum, ist aber inzwischen wieder im Besitz der Franziskanerbrüder. 2005 wurde in einem Teil des Klostergebäudes ein geschützter Arbeitsplatz für Menschen mit geistigen und körperlichen Behinderungen eingerichtet, der derzeit fast 20 jungen Menschen mit spiritueller Unterstützung der Franziskaner hilft. An der Klostermauer befinden sich vier Gedenktafeln. An der Außenmauer wurde die Gedenktafel für Bercsényi im Jahr 1906 angebracht, und 1991 erinnert eine weitere an die Stadtgründung durch Erzbischof György Széchényi. Die dritte Gedenktafel ist den Priestern und Mönchen gewidmet, die hier 1950/51 inhaftiert waren. 2004 wurde im Innenhof des Klosters eine Gedenktafel für den Franziskanermönch Pater Bartalos Lajos Engelbert, den verehrten geistlichen Vater von Újvár, errichtet. Die Gedenktafel wurde dank der Freundlichkeit der Gemeinde in Tatárszentgyörgy angefertigt, wo Pater Engelbert nach seinem Weggang aus Újvár wirkte.

Inschrift/Symbol:

PAX INTRANTIBUS (Frieden dem Eintretenden) / PAX ET BONUM (Segen und Frieden)

Inventarnummer:

2337

Sammlung:

Werte-Repository

Wertklassifizierung:

Kommunaler Wert im Ausland

Gemeinde:

Érsekújvár, Újvár   (Ferencesek tere 1. - Nám. Františkánov 1.)