Franziskanerkirche und Kloster
Gebäude, Struktur
An der Ostmauer des Hauptplatzes, in geschlossener Häuserreihe an der Ecke zur Rue Ferences, befindet sich die ehemalige Franziskanerkirche mit Kloster. Der bedeutende Baukomplex stammt aus dem späten 14. Jahrhundert, ursprünglich im gotischen Stil errichtet und in einem der ersten Jahre des 15. Jahrhunderts geweiht. Der Grundriss des Gebäudekomplexes entspricht dem typischen Grundriss mittelalterlicher Franziskanerbauten. Der langgestreckte Altarraum, der im Osten durch einen Triumphbogen mit dem großen Kirchenschiff verbunden ist und an drei Seiten ein Achteck bildet, diente einst den Mönchen als Sitz. Der hohe, gotische Glockenturm wurde nicht an der Südwestfassade errichtet, sondern ist im Norden, neben der Sakristei, mit dem Altarraum verbunden und steht noch heute. Die Kirche schließt sich im Norden durch den rechteckigen Flügel des Klosters an, der einen Hof umschließt, der sich an der Südwestseite der Straße befindet. Die heutige Ansicht des Gebäudes stammt aus den Jahren 1718–1724. Sie entstand im Zuge des barocken Umbaus zwischen 1500 und 1500. Diese gotische Kirche ersetzte viele ihrer ursprünglichen Details oder überdeckte sie zumindest. Erhalten blieben jedoch das gotische Rippengewölbe des Altarraums und das Relief mit der Darstellung Christi am Kreuz von Golgatha, das sich nun in einem barocken Rahmen über dem Haupteingang der Kirche an der Westseite befindet und mit den Schnitzereien am Portal der Kathedrale in Verbindung steht. Gleichzeitig erhielt die Westfassade einen barocken Hintergrund, das Kirchenschiff wurde gewölbt und neue barocke Altäre und Bänke wurden angefertigt. Unter dem Fußboden des Kirchenschiffs entstanden barocke Krypten, in denen bis heute Bestattungen stattfinden. In den Nischen der Hauptfassade an der Westseite, die heute überwiegend barock gestaltet ist, befinden sich Statuen des Heiligen Franziskus und des Heiligen Antonius von Padua. In der Mitte des Giebels stehen barocke Steinstatuen der Maria, während sich an den beiden Rändern barocke Steinstatuen der Heiligen Klara und der Heiligen Margareta befinden. Der Überlieferung nach betete Ferenc Rákóczi II., ein tiefgläubiger Katholik, der sich 1707 länger in Košice aufhielt und im gegenüberliegenden ehemaligen Hauptmannshaus wohnte, in dieser Kirche im Morgengrauen. Die Kirche und das angrenzende Klostergebäude wurden zwischen 1370 und 1400 erbaut. Nach dem großen Brand von 1556 diente es zunächst als Lager und später als Kaserne. 1764/65 wurde es im Barockstil wiederaufgebaut und um ein zweites Stockwerk erweitert. Es diente auch als Priesterseminar des Anfang des 19. Jahrhunderts gegründeten Bistums Košice, weshalb der Gebäudekomplex auch als Seminarkirche bezeichnet wird. Heute befindet sich im Kloster eine Zweigstelle der Katholischen Universität Rózság.