Büste von Franz Liszt
Statue, Denkmal, Gedenktafel
Im Herzen der Bratislavaer Innenstadt, von einem kleinen Platz am westlichen Ende der Urak-Straße, der bis zum Ende des 18. Jahrhunderts als Friedhof diente, erreicht man die Südfassade des St.-Martins-Doms über eine Treppe, die inmitten einer Stützmauer entlang des Verlaufs der mittelalterlichen Stadtmauer errichtet wurde. Diese Steintreppe wird beidseitig von Bronzebüsten gesäumt, die sich in die Ecken des Platzes schmiegen und fast vollständig von Vegetation überwuchert sind. Die Statue östlich der Treppe zeigt den weltberühmten Komponisten Ferenc Liszt, dessen Leben auf vielfältige Weise mit Bratislava verbunden ist und der hier im Alter von neun Jahren seine Karriere als Pianist begann – im hohen Alter, mit unbedecktem Haupt, seinem charakteristischen halblangen Haar und einem Mantel mit offenem Revers. Die Bronzestatue ist ein Werk von Viktor Tilgner. Das Metallgitter, das den kleinen Garten vor der Statue abgrenzt, verdient besondere Beachtung, denn es bildet ein Notenblatt: Es zeigt die ersten fünf Takte von Liszts berühmter Krönungsmesse. Seine lokale Bedeutung liegt darin, dass das Werk nach seiner Uraufführung in Budapest am 25. Februar 1884, zum fünfzigsten Geburtstag von Bischof Károly Heiller, dem Pfarrer der Innenstadtgemeinde und Präsidenten des Kirchenmusikvereins, in der Kathedrale von Bratislava ein zweites Mal aufgeführt wurde. Liszt dirigierte die Aufführung selbst. Mehr über Liszts Verbindung zu Bratislava und seine Konzerte dort erfährt man in der von Ágota Csehi herausgegebenen Sammlung „Die Kunst von Ferenc Liszt und Ferenc Erkel in Bratislava“. Eine identische Liszt-Statue befindet sich in Sopron. Den Aufstellungsdaten zufolge wurde die Statue in Bratislava ein Jahr später aufgestellt. Die Büste wurde 1911 anlässlich des 100. Geburtstags von Liszt im Park vor der Kathedrale aufgestellt.