Janos Fabry
Sonstige - andere
* Banská Bystrica, 1698 – † Vasilkovo, Ukraine, 1750 / Arzt; ; Er begann seine Schulausbildung in seiner Heimatstadt und studierte anschließend von 1719 bis 1723 Geisteswissenschaften an der Universität Jena. Ab 1723 studierte er Theologie an der Universität Halle und danach an der Universität Kiel, wo er 1729 seinen Abschluss machte. 1730 promovierte er in Philosophie und 1731 in Theologie. Doch damit nicht genug: Er erwarb auch einen Doktortitel in Medizin an der Universität Halle. Der Titel seiner 1737 veröffentlichten Dissertation über Diamanten lautete „De adamante“. Obwohl es sich primär um eine mineralogische Arbeit handelt, enthält sie auch medizinische Aspekte. Das Werk wurde von seinen Lehrern hoch geschätzt, und auch einer der bedeutendsten Ärzte seiner Zeit, Friedrich Hoffmann (1660–1742), lobte es. Er schrieb ihm auch einen ausführlichen Brief, der in die Dissertation aufgenommen wurde. Einige biografische Informationen geben ebenfalls Aufschluss darüber. Unter anderem erfahren wir, dass Fábry während seines Studiums eine lange Reise durch mehrere westeuropäische Länder unternahm und sogar St. Petersburg erreichte. Fünf Jahre nach seiner Promotion zum Doktor der Medizin, im Jahr 1742, führte ihn seine Reise erneut nach Russland, und Hoffmann spielte dabei vermutlich eine Rolle, da er gebeten wurde, sechs hervorragend ausgebildete Ärzte für die russische Armee zu empfehlen. Einer der Empfohlenen war János Fábry. Im Dezember 1742 befand er sich bereits in Kiew als Leiter des Seuchenschutzes in der südlichen, gefährdeten Grenzregion. Da Russland erst seit dem 18. Jahrhundert bestand, wurde die Quarantäne zur Verhinderung der Ausbreitung von Epidemien erst ab den 1720er Jahren eingesetzt, und selbst in den 1740er Jahren verfügte man noch nicht über ausreichende Erfahrung mit der Pestquarantäne. Fábry kann daher mit Fug und Recht als „Quarantänearzt“ bezeichnet werden, da seine wichtigste Tätigkeit über Jahre hinweg die Bekämpfung und Prävention der Pest und anderer Epidemien war. Er gilt als Gründer des ersten „zentralen Pestinstituts“ in Russland. Trotzdem gab es später in Russland noch viele Gegner der Quarantäne. Vor diesem Hintergrund sollte die Bedeutung von János Fábrys Wirken hervorgehoben werden.