Evangelische Kirche von Igló
Gebäude, Struktur
Die zwischen 1790 und 1796 im klassizistischen Stil erbaute Lutherische Kirche ist eine sogenannte Toleranzkirche – benannt nach Joseph II. Mit seinem Toleranzdekret erlaubte er Nichtkatholiken wieder die freie Religionsausübung, sodass sie ihre eigenen Kirchen ohne Türme und Glocken errichten konnten. Das Kircheninnere ist mit einem Werk des Kopenhagener Malers Johann Jakob Stunder aus dem Jahr 1797 geschmückt: einem Altarbild, das Christus beim Gebet auf dem Ölberg darstellt. Auch das Alabasterrelief, das das Gespräch zwischen Christus und der Samariterin am Brunnen zeigt, befindet sich hier. Die Lärchenholzbänke wurden 1797 vom Tischlermeister Thomas Thern gefertigt. Die Orgel stammt aus den Jahren 1822 und 1823 und wurde vom Wiener Meister Friedrich Deutschmann gebaut. Dank ihrer hervorragenden Akustik ist die Lutherische Kirche ein beliebter Veranstaltungsort für klassische Musik und Orgelwettbewerbe. Die wertvolle Bibliothek der ehemaligen lutherischen Schule von Igló befindet sich noch heute im Chorraum der Kirche, wo der Duft vergangener Jahrhunderte auf jeder Seite der Tausenden wertvollen Bücher zu spüren ist.