Denkmal für den Ersten Weltkrieg in Gúta
Statue, Denkmal, Gedenktafel
Das von einem schmiedeeisernen Zaun umgebene Denkmal ist über wenige Stufen erreichbar. Zu beiden Seiten des Eingangs, auf den als Türrahmen dienenden Säulen, befinden sich stilisierte Betonkanonen mit Fahnenmasten aus Eisenbändern. Die Statue selbst zeigt Jesus mit schützend ausgebreiteten Händen, vor ihm zwei Engel, die einen sterbenden Soldaten in ihren Armen halten. Über Jesu Kopf ist in einem Halbkreis ein Zitat aus dem Matthäusevangelium zu lesen: „Weil du im Kleinen treu gewesen bist, habe ich dir viel anvertraut; geh ein zur Freude deines Herrn!“ (Matthäus 25,21). Auf der Vorderseite des Sockels befindet sich eine Inschrift mit Informationen über die Stifter und den Grund der Errichtung: „Errichtet von der katholischen Bevölkerung der Gemeinde zum Gedenken an die gefallenen Helden des Ersten Weltkriegs 1914–1918.“ MEINE LIEBEN BRÜDER! Euer Staub ist in der kalten Erde, viele von ihnen ruhen in der Ferne, doch eure Erinnerung lebt fort in den Herzen eurer Nachkommen, deren Gebete zum Himmel aufsteigen, dass der Lohn für euren heldenhaften Tod ewiges Glück sei. Die Namen der Gefallenen sind auf den langen Listen zu beiden Seiten des Sockels verzeichnet. Laut Presseberichten fand im Sommer 1938 im großen Dorf Gúta eine Zeremonie zur Einweihung des im Ortskern errichteten Denkmals mit 10.000 Teilnehmern statt. Diese große Zahl belegt die Bedeutung einer Denkmaleinweihung zu jener Zeit, die beinahe einer symbolischen nationalen Demonstration gleichkam: Die Ungarn von Gúta organisierten am Peter-und-Paul-Tag ein großes Fest anlässlich der Fertigstellung und feierlichen Einweihung des Heldendenkmals. Schätzungsweise zehntausend Menschen nahmen an der Zeremonie teil und brachten Opfergaben zum Gedenken an die gefallenen ungarischen Helden dar. In Gúta, dem größten Dorf der Slowakei, wurde vor der katholischen Kirche ein prächtiges Denkmal errichtet. Die Statue war ein gelungenes Werk des Bratislavaer Bildhauers Rigele. Das umfangreiche Programm begann um fünf Uhr morgens und dauerte bis spät in den Abend. Im Morgengrauen riefen berittene Boten die Bevölkerung zur Zeremonie. Zweimal am Morgen fanden stille Messen statt, und um acht Uhr stellte sich die Feuerwehr an der Statue auf. Die Einweihungszeremonie der Statue begann um neun Uhr. Die Ungarn von Gúta marschierten in endlosen Reihen, um den Helden die Ehre zu erweisen. Kriegswaisen, Kriegswitwen und Behinderte marschierten an der Spitze des Trauerzuges, gefolgt von denjenigen, die am Krieg teilgenommen hatten. Am Denkmal hielt Gergely Bognár, Kronrat und Pfarrer von Gúta, eine bewegende Predigt. Anschließend hielt Károly Kocsis, Lehrer am Benediktinergymnasium in Komárom, eine ergreifende Gedenkrede, in der er die gefallenen Helden würdigte. Gergely Bognár weihte die Statue und übergab sie dem Dorfpräfekten. Danach wurde ein Kranz niedergelegt. Den Abschluss der Zeremonie bildete die Liturgie der neuen Messe, zelebriert vom Piaristen-Lehramtsanwärter Lajos Szénási, einem Einheimischen, im Rahmen eines Lagergottesdienstes. Am Nachmittag marschierten die Jugendlichen zum Heldendenkmal, und nach der Litanei folgte die Nachmittagszeremonie. Der Chor der römisch-katholischen Kirche sang, anschließend hielten Dekan István Cserny von Ekel und Dekan József Király von Csicsó eine sehr schöne und eindrucksvolle Rede an die Jugendlichen. Nach der Zeremonie vor der Statue marschierte die katholische Jugend zum Hof der katholischen Schule, wo das Programm fortgesetzt wurde. Das Gedicht „Der Anonyme“ von Béla Boross wurde vom Rezitationschor der katholischen Mädchenschule vorgetragen. Außerdem wurden zwei Gedichte mit Bezug zum Krieg vorgetragen. Am Abend fand die Abschlusszeremonie in der Turnhalle der staatlichen Schule vor einem großen Publikum statt. Nach dem Gesang des Kirchenchors hielt Dr. Géza Borka eine sehr gut strukturierte und mitreißende Festrede, im Anschluss trug Imre Forró ein Gedicht von Géza Borka vor. Der Musikverein Gúta, der Rezitationschor der staatlichen Schule, der Kirchenchor und Kinderrezitative rundeten das abwechslungsreiche Programm ab.