Erinnerung an die verschwundene Siedlung Kernye
Sonstige - andere
Die mündliche Überlieferung der verschwundenen mittelalterlichen Siedlung Kernye ist im Dorf noch immer lebendig. Ihre erste schriftliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1248. Miklós, Sohn des Zochud aus dem Geschlecht der Ludány, erhielt von Béla IV. für seinen Heldenmut in den Kämpfen gegen die mongolischen Tataren das Land der Burg Nitra namens Kernye. Archäologische Funde am Siedlungsplatz zeugen jedoch von viel älteren Zeiten und belegen, dass hier bereits viel früher Menschen siedelten: in der Bronzezeit, der Römerzeit und im Mittelalter. Zu den bemerkenswertesten Funden zählen eine 1968 entdeckte Kupferaxt, die sich heute im Slowakischen Landwirtschaftsmuseum in Nitra befindet, und eine in der Nähe gefundene Münze von Sigismund von Luxemburg (ein Denar, geprägt zwischen 1390 und 1427). In der Gegend gab es zwei weitere verschwundene Siedlungen, Berény und Zsigárd, die jedoch nicht mehr im Kataster von Alsóbodok erfasst sind. Die zweite urkundliche Erwähnung von Kernye datiert aus dem Jahr 1287, als der Ort noch im Besitz der Familie Ludány war. Aus der Zeit zwischen 1490 und 1514 sind mehrere Landstreitigkeiten erhalten, in denen verschiedene Familien um die Siedlungen Geszte, Kernye, Család und Zsigárd kämpften (darunter die Családak, die Familie Zerdahely, die Familie Forgách und andere). 1576 ergab sich Kernye den Türken, fiel aber mehrmals an die ungarische Krone zurück. Die anhaltende Verwüstung führte schließlich zum Verschwinden des Dorfes. Auch die türkische Steuerzählung von 1663/64 erwähnt den Ort, doch die für die unbewohnte Siedlung erhobene Steuer belief sich lediglich auf 250 Akcs. Im Jahr 1696, als das Gut Finta abgegrenzt wurde, wurde es noch als Siedlung erwähnt. 1736, im Urbarium des Bischofs von Nyíregyháza, wurde es lediglich als Gutshof mit Ackerland und kleinen Weinbergen an seinen Grenzen aufgeführt, von denen die Einwohner von Bodø den Zehnten entrichteten. Die Grenze von Kernye teilte sich Alsóbodok und Család; ein kleinerer Teil gehörte möglicherweise auch zu Hind. Das Ausmaß der Annexion des Gutes ist auf den heutigen Katasterkarten von Bodø deutlich erkennbar. Die Weinberge bestanden eine Zeit lang fort; heute befindet sich an ihrer Stelle Ackerland, doch ihre Erinnerung lebt im Grenznamen Puszta szőlők fort. Zahlreiche Keramikfunde an der Oberfläche sind noch heute in der Gegend von Kernye zu sehen. Der mündlichen Überlieferung zufolge stand hier eine „Burg“, bei der es sich möglicherweise um eine mittelalterliche Sänftenburg oder Festung handelte. Am nahegelegenen „Szómás-híd“ befand sich eine Mautstelle, was auch durch schriftliche Belege teilweise bestätigt wird. Der stilisierte Wiederaufbau eines Teils der mittelalterlichen Burg Kernye ist Teil des Langzeitprogramms des Vereins „Alsóbodok Village Defenders“.