Entenbrunnen
Statue, Denkmal, Gedenktafel
Die öffentlichen Plätze und Parks von Bratislava rühmen sich zahlreicher Statuen und Skulpturen aus dem 20. Jahrhundert, von denen viele von ungarischen Bildhauern geschaffen wurden. Nach der tschechischen Herrschaft 1918 und der kommunistischen Machtübernahme 1945 zerstörten nationalistische und/oder ideologische Bestrebungen mehrere öffentliche Statuen mit ungarischem Bezug. Gleichzeitig überstanden qualitativ hochwertige Werke mit „neutralen“ Motiven diese schwierigen Jahrzehnte. Eines davon ist der wunderschöne Brunnen auf einem begrünten Platz in Ferenc József-város, dem östlichen Vorort des modernen Bratislava. Das Werk, geschaffen vom Bildhauer Róbert Kühmayer und 1914 errichtet, ist eine unregelmäßige Felsformation, die aus einem kreisrunden Wasserbecken ragt. Drei nackte Kinder aus Bronze versuchen, mit den Flügeln schlagende Enten zu fangen. Die lebendige Szene mit naturalistischen Darstellungen umgibt den Felsen allseitig und macht ihn so zu einer begehbaren Skulpturengruppe. Aus den Schnäbeln der Enten sprudeln dünne Wasserstrahlen und verwandeln das Werk so in einen sprudelnden Brunnen. Róbert Kühmayer wurde am 1. November 1883 in Bratislava geboren und starb am 27. Februar 1972 in Wien. Er studierte Bildhauerei in Budapest und Paris. Rund 36 Jahre seines langen Lebens war er ungarischer Staatsbürger, jeweils 26 Jahre lang tschechoslowakischer und österreichischer. Fast sechzig Jahre seines Lebens verbrachte er in Bratislava, und nach 1945 musste er, da er als deutscher Staatsbürger galt, seine Heimat verlassen.