St. Elisabeth-Kirche und Kloster des Árpád-Hauses
Gebäude, Struktur
Die Kirche befindet sich in der Altstadt von Bratislava. Nach dem Regimewechsel erhielten die Schwestern der Heiligen Elisabeth die Kirche sowie das angrenzende Kloster und Krankenhaus zurück. Die Ordensmitglieder widmen sich heute hauptsächlich der Betreuung von Krebspatienten. Die Schutzpatronin der Kirche ist die Heilige Elisabeth von Árpád-háza. Die Kirche wurde in der Barockzeit zwischen 1739 und 1745 nach den Entwürfen von Antal Ferenc Pilgram erbaut. Die Baukosten wurden von Primas Imre Esterházy getragen. Die Gemälde und Fresken der Kirche stammen von dem Wiener Meister Paul Troger. Die Skulpturen wurden vermutlich von Lajos Gode geschaffen. Der in Bratislava lebende Bildhauer war ein Schüler Donners und arbeitete in verschiedenen Siedlungen im Norden und Nordwesten des historischen Ungarns (Győr, Trenčín), wo er hauptsächlich Skulpturen und Kanzeln für Kirchen schuf. Donner lebte nicht mehr, als diese sechs Skulpturen aufgestellt werden konnten. Der Altaraufsatz der Kirche entstand 1739. Er zeigt die Vision der heiligen Elisabeth. Zu beiden Seiten des Altars befinden sich Statuen der beiden Franziskanerheiligen Franz von Assisi und Antonius von Padua. 1743 malte Paul Troger auch die Bilder der beiden Seitenaltäre, deren Themen die Heilige Familie und die Beweinung Christi sind. Die Fresken an den Bögen stellen die Allegorie der Kirche, die Verehrung der heiligen Elisabeth und die Allegorie der Barmherzigkeit dar. An den Säulen, die die zentrale Kuppel tragen, sind allegorische Darstellungen der vier Tugenden (Mut, Weisheit, Gerechtigkeit, Frieden) aus dem Jahr 1742 zu sehen. Alle anderen Kunstwerke beziehen sich auf das Leben der heiligen Elisabeth. Fünf der sechs Heiligenstatuen an der Fassade sind eng mit der ungarischen Geschichte verbunden. Sie zeigen zwei tatsächliche Herrscher (Stephan und Ladislaus) (mit ihren königlichen Attributen) sowie zwei Mitglieder der königlichen Familie (Erzsébet und Imre), die zwar nicht den Thron bestiegen, aber dennoch von großer Bedeutung waren. Elisabeth, der die Kirche und das Kloster geweiht wurden, ist zweimal dargestellt, und der heilige Josef ist mit dem Jesuskind im Arm zu sehen. Die Kirche sollte nicht mit der ebenfalls in Bratislava befindlichen St.-Elisabeth-Kirche verwechselt werden, die von Ödön Lechner entworfen wurde und auch als Blaue Kirche bekannt ist – ein herausragendes Werk des ungarischen Jugendstils.