Ehemaliges Gebäude der Bergbaukammer
Gebäude, Struktur
Die in der Gegend abbaubaren Bodenschätze spielten sowohl bei der Gründung der Stadt als auch bei ihrem mittelalterlichen Aufstieg eine entscheidende Rolle. Wie in vielen anderen Bergbaustädten des Hochlands (z. B. Selmec) verlaufen die Bergwerksschächte direkt unter der Siedlung. Ein heute schwer erkennbares System aus Kellern und Schächten erstreckt sich unter dem Hauptplatz von Rozsnyó. Einst führten die Keller mehrerer mittelalterlicher Häuser, darunter das Rathaus und das ehemalige Bergwerkskammergebäude, in dieses System. Die Mauern des L-förmigen, eingeschossigen Eckhauses aus dem 17. Jahrhundert mit Satteldach im Renaissancestil werden von einer Reihe charakteristischer, sehr massiver Säulen verstärkt. Unter dem Gebäude befinden sich weitläufige Keller, die durch unterirdische Gänge mit den Schächten und Tunneln unter dem ehemaligen Hauptplatz verbunden sind. Ferenc Rákóczi lebte nachweislich vom 26. November 1706 bis zum 5. Februar 1707 hier und lenkte von hier aus die Regierungsgeschäfte. Der ungewöhnlich kalte Winter jener Zeit, der auch die in Rozsnyó einberufene Nationalversammlung verhinderte, traf ihn hier. Von hier aus richtete Rákóczi seine diplomatische Korrespondenz an zahlreiche ausländische Herrscher, verteilte seine militärischen Befehle und empfing Delegierte aus den umliegenden Komitaten. Obwohl es keine physischen Beweise gibt und andere Quellen dies nicht bestätigen, besagt die Legende, dass sich hier, im Keller der ehemaligen Minenkammer, auch seine Münzprägeanstalt befand. Die Kupfer-Libertás, die Währung des Unabhängigkeitskrieges, wurden hier geprägt. Die Grundstruktur des Gebäudes ist bis heute erhalten, das Erscheinungsbild der Fassaden wurde jedoch durch Renovierungen und den Austausch von Fenstern und Türen im 19. und 20. Jahrhundert teilweise verändert. Heute befinden sich im Erdgeschoss Geschäfte.