Die Kirche des Heiligen Ladislaus in Ógyalla
Sonstige - andere
Die alte katholische Kirche wurde 1718 von Baron Ferenc Szluha auf den Ruinen der alten Dorfkirche errichtet. Das Bild des Heiligen Ladislaus hing zwischen zwei Säulen. Das Gebäude wurde beim Erdbeben von 1763 beschädigt und anschließend beim Brand vom 29. Juni 1911 teilweise zerstört. Zwischen 1911 und 1913 musste eine neue Kirche gebaut werden. Ursprünglich wollte der Baumeister Mihály Nagy – der auch das Gemeindehaus und die Dorfschule errichtet hatte – die beschädigte Kirche wiederaufbauen. Inzwischen entstand jedoch die Idee, eine neue Kirche zu errichten. „(...) Béla Feszty, ein Mitglied des Gemeinderats, übernahm diese Aufgabe, nachdem sich das zuständige Ministerium für den Bau einer neuen Kirche ausgesprochen hatte.“ Die Kirche wurde 1912 von István Medgyaszay entworfen. Die Bauarbeiten wurden von der Baufirma Boldoghy Gyula és Társa aus Komárom ausgeführt. Die Kunsthistorikerin Adriana Récca aus Ógyalla beschreibt dieses bemerkenswerte Bauwerk detailliert. „Der zentrale Teil der Kirche mit seinem zentralen Grundriss besteht aus einem achteckigen Raum, der sich durch Nischen in vier Richtungen erweitert und so eine Kreuzstruktur bildet. Eine der Nischen ist länger angelegt; sie bestimmt die Längsachse und die Richtung des Haupteingangs.“ Die Nischenerweiterungen öffnen sich mit einem Tudor-Bogen. Die nördliche Nische gibt den Blick auf den Altarraum frei. Der zentrale Raum wird von einer monumentalen, auf Konsolen ruhenden Holzkuppel überspannt. Die beiden seitlichen Nischen waren durch eine Galerie mit geschnitzter Holzbrüstung vom zentralen Raum getrennt. „Die Kuppel ist mit einem flächigen Zeltdach bespannt, auf dessen Rand eine polygonale Laterne (eine sogenannte Lampe) ruht.“ Die Wände der Kirche sind durch ein rhythmisches System von Fensteröffnungen gegliedert, die von halbkreisförmigen Bögen geschlossen werden. Der separate Glockenturm der Kirche besitzt eine pyramidenförmige Spitze. Im Turm befinden sich derzeit zwei Glocken, eine davon mit einem noch funktionstüchtigen Uhrwerk aus dem Jahr 1925. Der Hauptaltar, das Altarbild der Himmelfahrt Mariens (Madonna mit Sichel) und eine verzierte Bank stammen vermutlich aus der alten Kirche. Die Kirche wurde zweimal renoviert – während der Amtszeit von Béla Szőcs und Vladimír Oravský als Diakone bzw. Pfarrer. In den letzten Jahren wurden weitere fachmännische Renovierungsarbeiten an der Kirche begonnen (Restaurierung des Altarbildes, Anstrich des Turmhelms, Erforschung des Turminneren). Das Erbe von Medgyaszay wird nicht nur von Fachleuten, sondern auch von Hobbyforschern bekannt gemacht. Auch Architekturstudierende interessieren sich für das Erbe von Medgyaszay. Die Originalpläne, Bauprotokolle und Rechnungen der Kirche und der Pfarrei, die 2017 in der Pfarrei Ógyalla entdeckt wurden, sind bereits aufgearbeitet.