Die Franziskanerkirche in der Altstadt

Die Franziskanerkirche in der Altstadt

Gebäude, Struktur

Laut unzuverlässigen Quellen wurden die Franziskanerkirche und das dazugehörige Kloster, das noch heute in Betrieb ist, vom ungarischen König Ladislaus IV. (Kuman) aus Freude über den Sieg über Mähren erbaut. Die Franziskanerkirche in Bratislava, der Verkündigung des Herrn – Unserer Lieben Frau von der Fruchtbarkeit – geweiht, ist die älteste der heute noch genutzten Kirchen in der Altstadt von Bratislava. Sie wurde am 24. März 1297 von Bischof Jakab, dem Vikar des Erzbischofs von Esztergom, geweiht. Neben König Andreas III. von Ungarn nahmen auch Erzbischof Ladomér selbst sowie vier weitere Bischöfe, darunter der von Nitra, an der Weihe teil. Im 14. Jahrhundert wurde neben der Kirche ein Kloster errichtet, das im 17. Jahrhundert vollständig umgebaut und im Laufe der Zeit mehrfach erweitert und verändert wurde. Kirche und Kloster spielten eine bedeutende historische Rolle für die Stadt und ganz Ungarn. Von Anbeginn an war die älteste Franziskanerprovinz Ungarns, die sogenannte Mariana, Sitz der ungarischen Franziskanerprovinz. Im Laufe der Geschichte fanden hier zahlreiche Provinzkapitel statt. Über zwei Jahrhunderte lang wurde der Stadtmagistrat von Bratislava in der Franziskanerkirche gewählt. Von 1563 bis 1830 verliehen neunzehn ungarische Könige hier verdienten Adligen unmittelbar nach der Krönungszeremonie den Goldenen Sporn zum Ritter. Die Kirche bildet zusammen mit den dazugehörigen Kapellen einen einzigartigen Gebäudekomplex, der Architektur und Spiritualität verschiedener Epochen vereint. Das Sanktuarium wurde im ursprünglichen gotischen Stil renoviert, mit bemalten Fensterrahmen und wertvollen, kunstvoll ausgeführten Steinschnitzereien aus dem 13. Jahrhundert. Auf dem Hauptaltar aus der Mitte des 18. Jahrhunderts steht die originale Barockstatue von König Stephan und seinem Sohn, dem Heiligen Imre. Das Buntglasbild des Hauptaltars zeigt die kniende Jungfrau Maria, neben ihr der Erzengel Gabriel, der Maria feierlich verkündet, dass sie die Mutter des Erlösers sein wird. Dieses Altarbild entstand Ende des 19. Jahrhunderts. Das ursprüngliche, auf Leinwand gemalte Altarbild befand sich an der Südwand des Altarraums. Das ursprünglich gotische Kirchenschiff wurde nach den Erdbeben von 1586 und 1590 in Bratislava im Renaissancestil wiederaufgebaut. Dieser Wiederaufbau wurde 1619 abgeschlossen. Die Seitenaltäre des Kirchenschiffs sind im Barockstil gehalten. Auf dem größten Seitenaltar befindet sich die Marmorstatue der Schmerzensmutter aus dem 14. Jahrhundert, die als schönste gotische Statue Bratislavas gilt. Das schönste Meisterwerk des Spätbarock in der Kirche ist die Kanzel aus der Werkstatt von Lajos Gode, die Reliefs mit alttestamentlichen und franziskanischen Motiven zeigt. Im 14. Jahrhundert ließ der Stadtmagistrat Jakab an der Nordwand der Kirche eine prächtige gotische Kapelle zu Ehren des Evangelisten Johannes errichten. Sie zählt zu den herausragendsten Werken der französischen Gotik auf dem Gebiet der heutigen Slowakei. Das Relief über dem imposanten Eingang der Kapelle – eine Darstellung der Verkündigung – wurde in Kriegen und Bränden vollständig zerstört. In den beiden Ecken über dem Eingang befinden sich vermutlich Porträts des Ehepaars Jakab. Eine weitere Kapelle der Kirche ist die ursprünglich gotische St.-Rosalia-Kapelle, die 1401 südlich des Hauptschiffs neben der Sakristei erbaut wurde. Heute präsentiert sie sich mit barocken und klassizistischen Verzierungen. Die jüngste Kapelle ist die Loreto-Kapelle, auch bekannt als Schwarze-Madonna-Kapelle, die 1708 links vom Kircheneingang an der Nordseite des Hauptschiffs errichtet wurde und das Armenhaus der Jungfrau Maria symbolisiert. Hier sind Fragmente barocker Fresken zu sehen, die höchstwahrscheinlich auf die Pestepidemie der Jahre 1711–1714 anspielen. Die gotische Fassade wurde 1745 im Barockstil wiederaufgebaut. Über dem Eingang befindet sich die Statue der Unbefleckten Empfängnis mit zwei Engeln. Im Eingangsbereich ist ein restauriertes Fragment des ursprünglichen gotischen Portals zu sehen, mit der Inschrift aus dem Marienhymnus: „Monstra te esse Matrem“ – „Zeig mir, dass du Mutter bist“. Dies verweist auf die Marienverehrung, die historisch eng mit der Franziskanerkirche verbunden ist.

Inschrift/Symbol:

„Monstra te esse Matrem“ – „Zeige, dass du Mutter bist.“ / Virgini deiparae sacrum

Inventarnummer:

1373

Sammlung:

Werte-Repository

Wertklassifizierung:

Kommunaler Wert im Ausland

Gemeinde:

Pozsony   (Ferenciek tere 1. - Františkánska 1.)