Die alte katholische Schule
Gebäude, Struktur
Schriftliche Belege für die älteste Schule der Stadt finden sich bereits im Jahr 1332 – damals ist auch ihr Lehrer (Iwan) bekannt. Im Laufe der Zeit wurde das Schulgelände von der Familie Pálffy erweitert, die ihr kleines Gebäude mehrmals wiederaufbauen ließ (es brannte ab usw.), und zwar in der damals üblichen einfachen Bauweise: mit Lehmwänden und einem Schilfdach (später mit Holzschindeln). Das Gebäude diente über Jahrhunderte auch als Wohnsitz des Kantors unter der Aufsicht des Pfarrers. Man kann sich einen „Schulraum“ und ein Wohnzimmer als Ort des Unterrichts im 16. Jahrhundert vorstellen, dazu gehörten eine Küche und eine kleine Speisekammer, und in wohlhabenderen Gegenden auch ein Nebengebäude und ein Stall. Das Jahr 1862 markierte einen weiteren Meilenstein für die katholische Gemeinde: den Wiederaufbau der katholischen Schule neben der Kirche auf Initiative des in Dunaszerdahely geborenen Piaristengelehrten Benedek Csaplár. 1861 hielt Csaplár auf einer öffentlichen Versammlung in Szerdahely an einem Feiertag eine leidenschaftliche Rede über die Rettung der damals bereits stark verfallenen Schule. Am Ende seiner Rede spendete er der Einrichtung 200 Forint. Daraufhin überboten sich mehrere Abgeordnete gegenseitig und beschlossen so, die Schule wiederaufzubauen. Am 10. Juni 1862 wurde der Grundstein für die alte, kleine Schule mit Schindeldach gelegt. In einer verlöteten Kupferkiste wurden Münzen für die Nachwelt aufbewahrt, und eine Inschrift sollte den Erbauern der katholischen Steinschule in Dunaszerdahely ein ewiges Andenken setzen. Finanziell unterstützt wurde der Schulbau vom Erzbischof von Esztergom, Fürstprimas János Scitovszki, sowie von Graf Ferenc Zichy (Petent der Rény-puszta) und Graf Fidel Pálffy. „Das Schulgebäude hat die Form eines „F“ und eine nach Norden ausgerichtete Fassade. Vom Fundament bis zum Dach ist es massiv gebaut und eingeschossig, in unmittelbarer Nähe der Pfarrei. Im ersten Stock befinden sich die zwei Zimmer des Kantors und eine Küche zur Straße hin. Darunter liegt im Hof ein Klassenzimmer, das durch einen breiteren Flur vom ersten Klassenzimmer getrennt ist. Im Erdgeschoss befindet sich das zweite Klassenzimmer, von dem aus ein kleiner Flur vom Hof zum Zimmer des Hilfslehrers führt. Direkt dahinter liegt das Zimmer des Kantors mit einem Keller im Untergeschoss. Im Giebel des Gebäudes befanden sich ein Stall und Nebengebäude“, schreibt Komlóssy in seiner Schulchronik. Er merkt außerdem an, dass auch die Schüler der Zweiggemeinden die neu errichtete Schule besuchten – also die Schüler von Balázsfa, Csenkeszfa, Hegybene und Töböréthe, Kis und Nagyudvarnok, Léder und Ollétejed, Pódafa und Sikabony sowie aus den Ebenen von Enyed und Rény. Nach der Bildungsreform von 1868 blieben viele dieser Zweiggemeinden jedoch kaum noch in Kontakt mit der Schule in Dunaszerdahely. 1932 wurde die Schule aus gesundheitlichen Gründen geschlossen, konnte aber 1939 wieder aufgenommen werden, als dem Gymnasium ein neues Schulgebäude zur Verfügung gestellt wurde. Nach 1945, mit der Abschaffung des konfessionellen Unterrichts, wurde das Gebäude bis zu seinem Abriss 1972 von verschiedenen Schularten genutzt.