Der Lebensweg von Mihály Karasz Sr. und Jr., den Bewahrern pastoraler Traditionen

Der Lebensweg von Mihály Karasz Sr. und Jr., den Bewahrern pastoraler Traditionen

Sonstige - andere

Sie waren die letzten Vertreter der Hirtenkultur von Zoboralja. Mihály Karasz Id. (in manchen Quellen auch Kárász oder Karas Mihály) stammte aus Sarlókajsza bei Nitra, das heute überwiegend von Slowaken bewohnt wird. Er wurde um 1860 geboren und arbeitete als Hirte im ebenfalls überwiegend slowakischen Szalakusz und Elefánt, aber auch im ungarischen Kolon und anderswo. Schließlich ließen sie sich in Alsóbodok nieder. Mihály Karasz Id.s kunstvoll verzierter Hirtenstab ist im Museum von Zoboralja in Alsóbodok ausgestellt. Die Schnitzereien zeigen Szenen aus dem Leben des Hirten bei der Jagd, die Begegnung mit seinem Bruder im Ersten Weltkrieg und die Arbeit als Hirte. Auch sein Arbeitgeber und sein Name sowie die Jahreszahl 1916 sind eingraviert. Der untere Teil des Stabes ist mit einer Schlange verziert, die die Unterwelt symbolisiert. Dies ist der einzige Hirtenstab, der in Zoboralji gefunden wurde. Er war ein Kenner und Förderer traditioneller Volksmusik. Er starb am 1. April 1935 in Alsóbodok. Sein Sohn, Mihály Karasz Jr., wurde am 8. März 1906 im Dorf Elefánt geboren. Auch er führte das Erbe seines Vaters teilweise fort: Er sang, spielte Zither und war einer der letzten Flötisten in Zoboralji. Sein traditionelles Flötenspiel wurde von verschiedenen Personen, z. B. Gergely Agócs, aufgezeichnet und ist so für die Nachwelt erhalten geblieben. Es wird auch heute noch von einigen gespielt, allerdings nicht mehr in Alsóbodok. Sein Material wurde zudem vom Haus der Traditionen auf Tonträger veröffentlicht. Mihály Karasz Jr.s sechslöchrige Langflöte war 63 cm lang und stellte einen einzigartigen Übergang zwischen fünf- und sechslöchrigen sowie zwischen langen und kurzen Flöten dar. Die lange Flöte befindet sich heute in einer Privatsammlung in Budapest, ihre Bergung aus Zoboralja verlief jedoch leider erfolglos. Die beschädigte Zither von „Onkel Mihály“ wird im Museum von Zoboralja aufbewahrt. Mihály Karasz Jr. besaß auch eine kurze Flöte, die leider Ende des letzten Jahrhunderts verloren ging. Der letzte bekannte Dudelsackspieler von Zoboralja war József Elgyütt aus Zsérei („Kura Josko“), doch sein Dudelsack ist leider nicht erhalten geblieben. Umso wertvoller ist der hölzerne, ziegenförmige Dudelsackkopf, der auf dem Gut Karasz gefunden und von Norbert Varga aus der Privatsammlung in Fülek an das Museum von Zoboralja übergeben wurde. Die ursprüngliche Kleidung der Hirten um Nitra ist uns leider nicht bekannt, doch eine Darstellung aus dem Jahr 1897 aus dem nahegelegenen Appony ist erhalten geblieben und befindet sich ebenfalls im Besitz des genannten Museums. Eine Verwandte der Familie Karasz ist Ilona Holec, eine Volksmusiksängerin aus Alsóbodok, Leiterin einer Folkloregruppe und Trägerin des Titels „Meisterin der Volkskunst“. Mihály Karasz Jr. starb am 27. Mai 1989 in Alsóbodok und ist auf dem dortigen Friedhof neben seiner Frau Etel begraben.

Inventarnummer:

13762

Sammlung:

Werte-Repository

Gemeinde:

Alsóbodok