Der jüdische Friedhof in Nagymegyer
Friedhöfe, Grabsteine, Gräber
Das bedeutendste Denkmal der ehemaligen jüdischen Gemeinde in Nagymegyer ist heute der jüdische Friedhof. Er liegt nördlich der Stadt, neben dem evangelischen Friedhof und dem ehemaligen Kriegsgefangenenfriedhof, dem sogenannten „serbischen Friedhof“. Ein Feldweg führt von der Ipari-Straße dorthin. Der Friedhof wurde in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts auf dem ehemaligen Gut des Kurialadels von Nagymegyer angelegt. Er gehört der jüdischen Gemeinde Dunaszerdahely und hat eine Fläche von 72 x 50 Metern. Auf dem Gelände befinden sich 208 Gräber. Ein kleiner Teil der Grabsteine ist beschädigt, die Inschriften sind größtenteils verwittert. Einige Grabsteine wurden jedoch in den letzten Jahren restauriert. Die Inschriften sind überwiegend hebräisch. Auf der Rückseite von vier Grabsteinen findet sich ungarischer Text. Auf dem Friedhof befinden sich auch die Grabsteine bedeutender Persönlichkeiten und Rabbiner der ehemaligen jüdischen Gemeinde von Nagymegyer. Darunter befand sich auch der Grabstein von Rabbi Yoszéf Dov Lock. Die Grabsteine enthielten oft grundlegende Informationen (Name, Sterbedatum, lobende Worte, Gedichte), die mitunter die gesamte Fläche des Grabsteins bedeckten. Sie sind charakteristische Dokumente jener Zeit und spiegeln die moralischen Maßstäbe der jüdischen Gemeinde wider. Die Gräber auf dem Friedhof waren von Osten nach Westen angeordnet. Die meisten Grabsteine bestanden aus grauem oder weißem Marmor. Frauen und Männer wurden gemeinsam bestattet. Heute finden auf dem Friedhof keine Beisetzungen mehr statt.