Der Sohn des Fischers wurde im Mutterleib verkauft.
Geschichte
Anmerkung: Eine neuere und vollständigere Abschrift dieser Erzählung aus der Region Nitra ist: Die Geschichte vom reuigen Räuber (Antti Aarne Typ 756). Sie wurde an mehreren Orten in unserem Land aufgezeichnet; die bekannteste Veröffentlichung stammt von János Kriza unter dem Titel „Megölő Estéfán“ in der Vadrózsák (Neuausgabe Magy. Népk. Kyyjt. XII. k. 209–15. II., 1; hier die einheimischen Versionen und ausländischen Verweise auf Seite 466). Unsere Abschrift beginnt mit einem regulären Jephthah-Motiv und entspricht auch dem Typus; nur die Anordnung der Buße kann nicht vom König der Dämonen stammen. Das Original ist wahrscheinlich die nordslawische Form, in der ein heiliger Mann (Gott), der auf der Straße angetroffen wird, dem Jungen sagt, was der mörderische Räuber tun muss, um gerettet zu werden. Der gesamte Typus entwickelte sich vermutlich bei den Nordslawen, bei denen Madaj der Name des Sünders ist. Dieser Name findet sich auch bei den benachbarten Völkern, im Deutschen als Mádai, im Deutschen als Madei. Dieselbe Bußform wird in westeuropäischen Sagen seit dem 12. Jahrhundert erwähnt, jedoch in einem anderen Kontext. Dort verhängt ein frommer Einsiedler die Strafe, der Räuber erträgt sie, doch dann stellt sich heraus, dass der Himmel dem großen Sünder schneller vergibt als dem, der ein beständig frommes Leben führt. Der Einsiedler gerät darüber in Wut, stellt sich ihm in den Weg und gerät schließlich in die Fänge des Teufels. Die vorliegende Erzählung löste sich deutlich davon und machte die ergreifende Bußform zu einem eigenständigen Motiv. Damit schuf sie einen Typus, der, wie aus der christlichen Legende hervorgeht, im europäischen Märchenschatz äußerst selten ist. Siehe dazu, neben den oben genannten Hinweisen auf Kriza, Toldos Abhandlung in Zs. d. Ver. für Volksk. XVI. 1906. 31., Boltes ebenda. P. XIII. 71., Polívkas wichtige Beiträge zum slawischen Material: Arch. für slav. Philol. XIX. 246., XXI. 271. und 294., XXVI. 457. und XXXI. 594–603. II., und auch zur Legende: zu den Heiligen Paphnutius, Gregor, Julian und Ignatius Gordon Hall. Gerould: Der Einsiedler und der Heilige (Herausgeber der Mod. Langu. Assoc. of Amer. XX. 3. füzet), Luzel: Lógendes chrétiennes de la Basse-Bretagne, Par. 1881. I. 204 und René Basset: Le baton qui reverdit, a Rev. des Trad. Bevölkerung. XXII. 1907. 289. ; Originaltitel: Der Fischersohn, der noch nicht geboren und schon verkauft war; Originalquelle: Ethnologische Datenbank des Museums für Völkerkunde – 580/16-21. ; Typnummer: ATU/MNK 756B