Denkmal für das erste ungarische königliche Waisenhaus
Statue, Denkmal, Plakette
Das erste ungarische Staatswaisenhaus wurde 1763 im Schloss Tallós eröffnet. Die Gründungsurkunde des „königlichen Waisenhauses“ wurde am 18. Juli 1763 von Maria Theresia in Wien ausgestellt, nachdem Reichskanzler Ferenc Esterházy sein Schloss in Tallós mit den dazugehörigen Gebäuden als dauerhafte Stiftung für diesen Zweck zur Verfügung gestellt hatte. Der Reichskanzler stiftete dem Waisenhaus außerdem 10.000 Forint. Kurz darauf ließ er auch die Gutsmühle am unteren Arm der Feketevíz, am südöstlichen Ende des Parks, zugunsten der Einrichtung vermachen. Das Waisenhaus bot Platz für 75 Jungen und 25 Mädchen. Zunächst wurden nur Waisenkinder von Adeligen und Bürgerlichen aufgenommen, später stand es auch Waisen aus ärmeren Bevölkerungsschichten offen. Die Leitung des Waisenhauses bestand aus folgenden Personen: einem geistlichen Leiter – zuständig für die Leitung der Schule –, einer Haushälterin, zwei Lehrern und einem Lehrer, vier Zimmeraufsehern und Zimmeraufsehern, einem Arzt und einer Wäscherin. Der Leiter und die Haushälterin wurden von der Königin ernannt. Die Einrichtung verfügte über eine vierklassige Schule, deren Leitung die Königin zunächst den Piaristenpatres anvertraute. Der Vater des berühmten Komponisten Johann Nepomuk Hummel unterstützte zudem die Gründung des Schülerchors und der Blaskapelle. Der mündlichen Überlieferung zufolge wurde der zweite, künstliche Nebenarm des Flusses Feketevíz im Schlosspark von den Piaristen und der Heimleitung angelegt und als Fischteich genutzt. 1780 zog das Waisenhaus nach Szenc um und bezog dort ein neues Gebäude namens Nagy-Stift. Der damalige Leiter des Waisenhauses war Hauptmann Ernő Geramb.