David Frolich

David Frolich

Sonstige - andere

* Késmárk, 1595 – † Levoca, 24. April 1648 / Geograph, Astronom, Mathematiker, Kalendermacher, Anhänger des kopernikanischen heliozentrischen Weltbildes, Autor des ersten systematischen ungarischen Geographiebuches; mehrere Quellen nennen Leibitz, in unmittelbarer Nähe von Késmárk, als seinen Geburtsort. Er schloss sein Studium in Frankfurt an der Oder ab und verbrachte insgesamt zwölf Jahre auf Reisen im Ausland. Er erlangte solchen Ruhm, insbesondere durch seine Kalender in Ungarisch, Deutsch und Latein, dass ihm Ferdinand III. den Titel „Kaiserlicher und Königlicher Mathematiker“ verlieh und ihm eine Pension gewährte. Nach seiner Rückkehr lebte er in Késmárk und gab neben seiner literarischen Tätigkeit Privatunterricht in Mathematik und Geschichte. Sein Ruhm rührte jedoch nicht von seinen wissenschaftlichen Leistungen her, sondern von der Tatsache, dass er 1615 als Erster die Gipfel der Hohen Tatra bestieg. Er erreichte den Késmárki-Gipfel zusammen mit Schülern aus Késmárki. Er selbst beschreibt dieses Ereignis in zwei seiner Werke: der 1639 erschienenen „Medulla Geographiae“ (Handbuch der praktischen Geographie) und der 1644 veröffentlichten „Cynosura Viatorum“. Interessant ist dies nicht primär, weil wir ihn als frühen Alpinisten kennenlernen, sondern weil ihn seine Beobachtungen bei dieser Gelegenheit als echten Naturwissenschaftler in einer Zeit präsentieren, in der es üblicher war, die kühnen Spekulationen alter Literatur wiederzubeleben, als über eigene Erfahrungen zu berichten. Unter anderem spricht er über die Veränderung des Luftdrucks mit der geografischen Höhe, die er viel früher bemerkte, als Torricelli, Pascal und andere in der Geschichte der Physik Erwähnung fanden. In seinem Werk finden sich jedoch neben den damals als hochmodern geltenden Ideen auch Aberglauben des vorangegangenen Jahrhunderts oder sogar noch früherer Epochen. Er war der produktivste Kalenderautor seiner Zeit und veröffentlichte ab 1623 seine Werke jährlich unter dem lateinischen Titel „Fasti“ oder „Ephemeris“, auf Ungarisch als „Fröhlich Dávid Késmárki Astronomus Kalendáriumá“ und vermutlich die meisten seiner deutschsprachigen „Schreibkalender“: „Almanache“ oder „Tagebuch“. Darin berichtete er auch über interessante astronomische und meteorologische Beobachtungen. Seine Hauptwerke: Anatome revolutionis mundanae, 1632; Medulla geographiae practicae…, 1639; Bibliotheca seu Cynosaura Peregrinantium, 1644; Hemerologium Historicum, 1644 Gnomologia metrica, 1646.

Inventarnummer:

11793

Sammlung:

Werte-Repository

Gemeinde:

Kakaslomnic