Das untere Ordódy-Herrenhaus in Ógyalla-Bagota

Das untere Ordódy-Herrenhaus in Ógyalla-Bagota

Sonstige - andere

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts ließ VI. Antal Ordódy ein Haus errichten, vermutlich mit zwei separaten Räumen und einer offenen Säulenhalle, das als prächtiges Bauernhaus gelten kann. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts ließ Vince Ordódy den Repräsentationsflügel des Gebäudes umbauen und erweitern. Der neue Flügel war vermutlich ebenfalls zweigeteilt und enthielt mehrere Herrenzimmer. Der englische Park nahm wahrscheinlich zu dieser Zeit Gestalt an. Die nächsten Umbauten wurden 1891 von VI. Pál Ordódy initiiert, der das Gebäude vollständig umbaute. Der Repräsentationsflügel wurde erweitert und seine Südseite in drei Teile gegliedert. An der kürzeren Südfassade entstand ein Haupteingang mit Säulenvorhalle und Kutschenrampen. Im Repräsentationsflügel wurden Teile der Tragkonstruktion entfernt und die Raumhöhe auf das heutige Niveau angehoben. Die Fassade des gesamten Flügels erhielt einen eklektischen Stil mit von der französischen und italienischen Renaissance inspirierten Mustern. Das Dach des Hauptflügels wurde mit Lüftungsöffnungen und Schornsteinen mit Giebeln versehen. Im Zuge der Rekonstruktion erhielt das Gebäude neben dem Stuckdekor auch ein wertvolles schmiedeeisernes Gitter. Die mit Metallbeschlägen verzierten Kassettentüren und die hochwertigen Holzarbeiten blieben erhalten. Unter der Farbschicht an der Decke war ein dekoratives Schablonenmuster sichtbar. Eine bemerkenswerte architektonische Lösung ist das hölzerne Tonnengewölbe im Flur des Repräsentationsflügels. Zu den Wohnräumen gehörte auch ein Sanitärbereich, der über Wasserspeicher im Dachgeschoss mit Wasser versorgt wurde. Nach 1926 wurde das Herrenhaus nur noch saisonal bewohnt. Nach dem Zweiten Weltkrieg diente es als Schule. Zwischen 1969 und 1971 fand eine umfassende Rekonstruktion statt, bei der das Gebäude an die Bedürfnisse von Schule und Kindergarten angepasst wurde. Aufgrund der Gestaltung der neuen Klassenzimmer wurde der Repräsentationsflügel grundlegend verändert, da Wände durchbrochen wurden. Die Fensteröffnungen wurden vergrößert, und am Ende des Wirtschaftsflügels wurden neue Räume sowie eine Hausmeisterwohnung errichtet. Das Dach dieses Flügels wurde erneuert. Nach der Schließung des Schulgebäudes steht eine umfassende Sanierung unter Berücksichtigung der Denkmalschutzauflagen an. Angesichts des Denkmalwerts des ehemaligen Adelspalais wird für die Restaurierung eine teilweise stilistische Sanierung vorgeschlagen, die den einheitlichen Charakter wiederherstellen soll, den das Gebäude Ende des 19. Jahrhunderts durch den vollständigen Umbau in einen eklektischen Stil erlangte. Der Repräsentationsflügel kann anhand zeitgenössischen fotografischen Materials, erhaltener Stuckdekorationen und freigelegter Bereiche saniert werden. Der Wert der Innenräume würde durch die Wiederherstellung der Deckenmalereien des Westflügels und des Gewölbes des Mitteltrakts erheblich gesteigert. Die Sanierung der Maßnahmen im Repräsentationsflügel würde ebenfalls wesentlich zur Stärkung des Denkmalwerts beitragen. Im Falle des Nordflügels wurden die historischen Werte in der Vergangenheit bereits stark beeinträchtigt. Aus diesem Grund hat sich die Raumaufteilung deutlich verändert und kann an die zukünftige Nutzung des Gebäudes angepasst werden. Das äußere Erscheinungsbild dieses Flügels soll einer stilistischen Rekonstruktion folgen, wobei das Herrenhaus im oberen Ordódy-Gebiet als Vorbild dienen kann. Der nördliche Risalit kann abgerissen oder in begründeten Fällen erhalten werden, wird sich aber vom Nordflügel unterscheiden. Die Außenfarbe des Gebäudes wird einfarbig grün sein.

Inventarnummer:

13764

Sammlung:

Werte-Repository

Gemeinde:

Ógyalla