Hauptsitz der Zipser Kammer

Hauptsitz der Zipser Kammer

Gebäude, Struktur

Die Zipser Kammer war eine ungarische Regierungsbehörde, die im Königreich Ungarn der Zentralregierung in Wien unterstand. Ihr Sitz war in Košice. Während der Herrschaft Ferdinands I. (1526–1564) gestaltete sich die Finanzverwaltung der östlichen Landesteile Ungarns von Bratislava aus aufgrund der Transportbedingungen und der Kriege mit den Türken und den siebenbürgischen Fürsten schwierig und schleppend. Um diese Probleme zu lösen, organisierte der Herrscher eine separate Verwaltung für die östlichen Landesteile mit Sitz in Prešov und später in Košice. Aus dieser Verwaltung ging 1567 die Zipser Kammer hervor. Ihre Organisation entsprach der der Bratislavaer Kammer. Ihr Zuständigkeitsbereich erstreckte sich auf die Komitate östlich von Liptov und jenseits der Theiß. Ihre Hauptaufgabe bestand darin, die Einnahmen aus dem Bergbau zu steigern und neben anderen Kammeraufgaben die Finanzverwaltung der Militärverwaltung wahrzunehmen. Sie übte gemeinsam mit der Militärbehörde, dem Generalkapitän von Košice, das Aufsichtsrecht über die Kapitäne der königlichen Grenzburgen hinsichtlich Gehaltszahlungen, Verpflegung und der gesamten Burgwirtschaft aus. Die Kammer war auch für den Bau und die Instandhaltung der Burgen zuständig. Sie unterstand den Kammern in Bratislava und am Hof, verwaltete ihre Angelegenheiten aber mitunter völlig unabhängig. Im August 1935 stieß ein Arbeiter bei Umbauarbeiten im Keller der ehemaligen Kammer von Spišice mit einer Spitzhacke auf ein Kupfergefäß, das mit Goldmünzen, Goldmedaillen und einer Goldkette gefüllt war. Dieser wertvolle Fund ging als der Goldschatz von Košice in die Geschichte ein. Die 2.920 Goldmünzen, von denen 84 Prozent ungarische und niederländische Münzen sind – darunter tschechische, schlesische, polnische, deutsche, dänische, schwedische, italienische, österreichische, Salzburger und spanische Münzen sowie ein antiker thrakischer Goldtaler aus dem 4./3. Jahrhundert v. Chr. –, können in der Rüstungsausstellung des Museums der Ostslowakei besichtigt werden. Dort befinden sich auch das wertvollste Kupferstück: eine 590 Gramm schwere und 214 Zentimeter lange Goldkette aus der Spätrenaissance sowie die Gedenkmünze Ferdinands I. von 1541. Es ist unbekannt, wer diese Schätze versteckt haben könnte. Die Forscher sind sich bisher lediglich einig, dass die Schätze unmittelbar vor Imre Thökölys erwartetem Einzug in Košice versteckt wurden. Von dem mittelalterlichen Gebäude, in dem die Kammer von Szèpes ab 1567 – dem Jahr ihres Umzugs nach Košice – ihren Sitz hatte, ist nur noch ein kleiner Teil erhalten. Die Gedenktafel am Haus weist darauf hin, dass auch János Batsányi hier 1788/89 als Beamter tätig war.

Inschrift/Symbol:

„Die Freiheit ist dein!“, sang es dir zu! / In diesem Haus lebte und wirkte er / János Batsányi / 1763 – 1845 / Dichter und Revolutionär, der litt, damit das Zeitalter anbrechen würde, in dem die Freiheit nicht länger gefangen gehalten werden kann. / 1963

Inventarnummer:

1635

Sammlung:

Werte-Repository

Wertklassifizierung:

Kommunaler Wert im Ausland

Gemeinde:

Kassa - Óváros   (Fő utca 68. – Hlavná ulica 68.)