Das Grab von Frau Kálmán Kandó

Das Grab von Frau Kálmán Kandó

Friedhöfe, Grabsteine, Grabstätten

Kálmán Kandó (der Vater der Eisenbahnelektrifizierung) verlobte sich am 11. September 1898 in Rozsnyó und heiratete am 2. Februar 1899 in Budapest, im Stadtteil Terézváros, Ilona Mária Petronella Posch (1880–1913), die elf Jahre jünger war als er. Sie war die Tochter von Gyula Posch (1851–1923) und Ilona Horváth, einer Nachfahrin einer alten Adelsfamilie aus dem Komitat Zólyom, deren Ursprung in Rozsnyó lag. Kandó selbst stammte aus einer alten Adelsfamilie; seine Vorfahren trugen die Namen Strégová und Farnos, darunter auch den Namen Rimay, und er war mit mehreren bekannten Adelsfamilien aus Nógrád verwandt. Kálmán Kandó war ein außergewöhnlich talentierter, fleißiger, ausdauernder und hoch angesehener Fachmann, der in seinem Beruf außerordentlich erfolgreich war. Doch eine ganze Reihe von Tragödien überschattete sein Privatleben. Der erste schwere Schlag war der Verlust seiner geliebten Frau Ilonka Pósch, die am 9. Juli 1913 in Rozsnyó starb. Den überlieferten Aufzeichnungen zufolge erlag die junge Frau im Alter von nur 33 Jahren Nierenversagen. Ilonka war bereits Mutter zweier kleiner Kinder, eines Jungen und eines Mädchens. Ihr Grab ziert ein Denkmal aus Carrara-Marmor, geschaffen von dem bekannten italienischen Bildhauer Amleto Cataldi. Interessanterweise starb auch Amleto Cataldi – dessen Werke, wie etwa die Leonardo-da-Vinci-Statue in Ambois, in die italienische Kunstgeschichte eingegangen sind – jung, mit nur 48 Jahren. Drei relativ junge Menschen, die starben, verbindet der in Stein gemeißelte Schmerz. Denn auch Kálmán Kandó starb relativ früh, mit nur 61 Jahren. Er ruht auf dem Friedhof Fiumei út – ehemals Friedhof Kerepesi út – im sechsten Grab der ersten Reihe von Parzelle 46. Sein Grabstein wurde von Ernő Müller geschaffen. Nach dem Tod seiner Frau heiratete der Erfinder und Ingenieur nie wieder und widmete sich nach dem Tod seiner geliebten Frau ganz seiner Arbeit. Die Gesundheit des Wissenschaftlers wurde durch ein weiteres tragisches Ereignis geschwächt: Sein Sohn Kálmán Kandó Jr., geboren Ende 1899, beging mit nur 23 Jahren Selbstmord. Inmitten dieser schweren Zeit war Kálmán Kandós einziger Trost die glückliche Ehe seiner 1901 geborenen Tochter Sára Ilona und die Geburt seines Enkels György Dobrovits im Jahr 1924. Dieser Zweig der Familie existiert noch heute und lebt im deutschsprachigen Raum.

Inschrift/Symbol:

Frau Kálmánné Kandó / Ilona Pósch / MDCCCLXXX - MCMXIII

Inventarnummer:

3812

Sammlung:

Werte-Repository

Gemeinde:

Rozsnyó   (városi temető)