Das Grab von Pál Szinyei Merse in Jernye

Das Grab von Pál Szinyei Merse in Jernye

Friedhöfe, Grabsteine, Gräber

Szinyei Merse Pál, Maler; 1845, Szinyéújfalu – 1920, Jernye; Spross einer alten Adelsfamilie; sein Vater war Vizegouverneur und später Statthalter des Komitats Sáros und unterstützte Szinyei Merse Páls Wunsch, Maler zu werden. 1864 schrieb er sich an der Münchner Akademie ein, wo Strähuber, Anschütz und später Sándor Wagner seine Lehrer waren. Bald darauf kam er mit dem hervorragenden Lehrer Piloty in Kontakt, dessen Schüler er 1868 wurde. Von seinen Lehrern erlernte er jedoch lediglich solide Zeichenfertigkeiten und die Regeln der Komposition; die akademische Formensprache übernahm er nie. Seine Direktheit, die individuelle Ausdrucksweise seiner Kunst und die Farbfülle zeigten sich bereits in seinen Jugendwerken. Er studierte bei Piloty unter Leibl und begegnete auf den Münchner Ausstellungen den Werken Courbets. Seine Freundschaft mit Böcklin im Jahr 1872 weckte in ihm die Begeisterung für die Farbenpracht. Seine individuelle Formensprache hatte sich bereits 1869 in seinen frischen, luftigen Skizzen „Wäschetrocknen“ und „Schaukel“ entwickelt, die zu den ersten Meisterwerken der ungarischen Freilichtmalerei zählen (beide in der Ungarischen Nationalgalerie). In den folgenden Jahren schuf er sein erstes bedeutendes Werk, die lyrischen „Liebenden“ (Ungarische Nationalgalerie), und begann mit den Skizzen für sein Hauptwerk, eines der schönsten ungarischen Gemälde, „Majális“, das 1873 seine endgültige Form annahm (Ungarische Nationalgalerie). Doch seine farbenprächtige, heitere Freilichtmalerei, die auch in der europäischen Malerei einen wichtigen Platz einnahm, erreichte nicht den verdienten Erfolg, und ihr Schöpfer, entmutigt, stellte seine regelmäßige Arbeit ein. Er kehrte auf sein Gut in Jernyei zurück, heiratete, widmete sich der Landwirtschaft und malte vermehrt zum Vergnügen. Inzwischen entstanden unter seinem Pinsel einige Meisterwerke, wie beispielsweise das Gemälde seiner Frau, „Frau im purpurnen Kleid“ (1874, Ungarische Nationalgalerie). 1882 reiste er nach Wien und widmete sich wieder ernsthafter der Malerei. In dieser Zeit entstand das Gemälde „Der Kiebitz“, das zwar weniger bedeutend war als „Die Mayflower“, aber dessen Thematik aufgriff. Auch dieses Werk erhielt negative Kritiken, was ihn zunehmend entmutigte. Seine Scheidung 1887 verschlimmerte seine Stimmung noch. Erst 1894 stellte er wieder aus („Schmelzender Schnee“, „Mohnfeld“). Schließlich feierte „Die Mayflower“ auf der Ausstellung 1896 einen überwältigenden Erfolg, und die jungen Künstler Nagybányas erkannten darin den Wegweiser ihrer eigenen Bestrebungen. Der Begründer der ungarischen Freilichtmalerei, der erste große Vertreter der modernen ungarischen Malerei, erkannte zeitgleich mit seinen westeuropäischen Zeitgenossen das Problem der malerischen Darstellung von Natur und Sonnenlicht und schuf seine farbenprächtige, realistische Landschafts- und Porträtkunst. Er wurde 1897 zum Abgeordneten gewählt. 1905 organisierte er eine äußerst erfolgreiche Gruppenausstellung im Nationalen Salon und wurde im selben Jahr zum Direktor der Akademie der Schönen Künste ernannt, ein Amt, das er bis zu seinem Tod innehatte. 1907 war er an der Gründung des Ungarischen Impressionisten- und Naturalistenkreises (MIÉNK) beteiligt und stellte mehrere seiner Gemälde auf ausländischen Ausstellungen aus, wo er ebenfalls große Erfolge erzielte. Im Frühjahr 1919 zog er sich aus gesundheitlichen Gründen nach Jernyé zurück.

Inschrift/Symbol:

SZYNYEI MERSE/ PAL / 1845 ... / 1920 ...

Inventarnummer:

945

Sammlung:

Werte-Repository

Gemeinde:

Jernye