Grabmal von Charles Conlegner
Friedhöfe, Grabsteine, Gräber
Károly Conlegner (Érsekújvár, 18. Oktober 1812 – Néver, 21. Dezember 1892) war Mathematik- und Buchhaltungslehrer, Rektor der Technischen Universität Wien, Ökonom, Wirtschaftswissenschaftler und königlicher Ratgeber. Sein Vater, Nándor Conlegner, war Kaufmann und später Stadtrat. Er schloss 1826 das Gymnasium in Nagyszombat ab und absolvierte anschließend ein Studium der Handelswissenschaften an der Technischen Universität Wien. Danach arbeitete er zunächst im Wiener Großhandel, kehrte später in sein Elternhaus zurück und übernahm das Geschäft seines Vaters. Ab dem 1. November 1846 unterrichtete er Mathematik und Buchhaltung an der József-Ipartanoda-Schule. Während der Revolution und des Unabhängigkeitskrieges von 1848/49 war er Hauptkommissar der Banknotendruckerei. Er verfasste den mehrsprachigen Verbotstext der ungarischen Banknote und führte das Geldinventar. Nach der Evakuierung der Druckerei folgte er ihr nach Debrecen und arbeitete ab Februar 1849 als deren Direktor. Nach der Kapitulation von Világos musste er fliehen. Während der Repressalien versteckte ihn Graf Nádasdy auf seinem Gut und nahm ihn als Hauslehrer auf. Er schuf die finanziellen Grundlagen der Nádasdy-Stiftung an der Ungarischen Akademie der Wissenschaften. Später unterrichtete er Deutsch, Geographie und Geschichte an der Joseph-Industrieschule. Ab dem 25. Mai 1857 war er ordentlicher Professor für deutsches Recht und Rechnungswesen an der Königlichen Joseph-Technischen Universität und wurde im Studienjahr 1872/73 zum zweiten Rektor der Universität gewählt. Bei der Eröffnungsfeier am 6. November nahm er sein Amt mit einer Rede zur Entwicklung des Humanismus und Realismus an. 1864 gründete er zusammen mit Baron József Eötvös die Erste Ungarische Industriebank, deren Präsident Eötvös und deren Vizepräsident er selbst war. Nach dem Rücktritt von József Eötvös übernahm er das Amt bis 1871. Am 9. Juli 1877 zog er sich auf sein Landgut in Névér zurück. Sein Schüler Kálmán Szily erinnerte sich im Jahrbuch der Technischen Universität an ihn: „Trotz aller Schwierigkeiten setzte sich Conlegner zeitlebens für den Aufstieg der Industrie und die Förderung der Jugend ein.“